Das Wichtigste in Kürze:
Start: 07h45, Davenport Gap Shelter
Ankunft Ziel: 17h20, Roaring Fork Shelter
Wetter: Sonnig und warm, gegen 16h30 aufziehendes Gewitter, aber dann nur kurz Regen
Zurückgelegte Meilen: 19.0 (sic!) heute, 265.4 seit Anfang (427 Kilometer)
Elevation (in Fuss) 2600′-1400′-4263′-2900′-3800′-3500′-4320′-4250′-4629′-3950′
Besonderes: Neuer Meilenrekord und schon 427 Kilometer in 20 Wandertagen.

Und hier die Tagesgeschichte:
Wie ich schon beschrieben habe, leben in den Smockies 400-600 Bären. Wir sprechen hier von Wildtieren, welche eigentlich möglichst wenig Kontakt mit den Menschen haben sollten. Dies ist sicherlich schwierig in einem Park, der Millionen von Besuchern pro Jahr hat. Das natürliche Verhalten eines Bären ist Flucht, wenn er auf einen Menschen trifft. Dies passierte ja auch bei mir vor ein paar Tagen.
Das oben abgebildete Plakat sah ich heute morgen beim Parkausgang, es machte mich sehr betroffen. Ein junger Bär musste eingeschläfert werden, weil er eine Frau in den Fuss gebissen hatte. Auslöser der Geschichte waren Essensreste, die jemand hatte liegen lassen. Dazu kam ein Frau, welche keine Ahnung hatte, wie mit einem Bären umzugehen ist. Wahrscheinlich hatte sie noch Freude daran, dass der Bär zu ihr kam und sie schoss ein Foto, bevor er zuschnappte. Auf dem Plakat wurde nun erklärt, wie man sich verhalten soll, wenn man unverhofft auf einen Bären trifft. Ich war froh für die Tipps, denn einiges wusste auch ich bis anhin noch nicht.
Wir starteten heute morgen um 07h45 bei Sonnenschein. Monk war schlecht drauf, da er wegen diverser Schnarcher im Shelter nicht gut geschlafen hatte.
Wir mussten nur noch 1.1 Meilen laufen bis zur Parkgrenze. Es ging ein paar Hundert Fuss abwärts. Der Trail war aufgrund der Regenfälle der letzten Tage teilweise immer noch schlammig. Monk erhielt ein paar SMS, sobald er ein Signal hatte. Ich lief alleine weiter und hatte schon bald einmal unfreundlichen Kontakt mit dem Boden 😉, da ich ausgerutscht war.
Praktisch die ganze Höhe, die wir gestern verloren hatten, musste heute wieder erklommen werden. Unterwegs sah ich immer wieder blühende Pflanzen, der Frühling ist seit unserem Start klar präsenter.



Einzig die wilden Rhododendron, welche jetzt schon blühen sollten, sind wegen des kalten Aprils verzögert. Ich bin sicher, dass wir sie später geniessen werden.
Erster Gipfel war der Snowbird Mountain, auf welchem eine Station der amerikanischen Flugsicherung steht (Gruss an Tamara😁).



Danach ging es wieder zünftig runter zum Deep Gap (Nomen est Omen).
Dort angekommen war Wasser auffüllen angesagt.
Nun folgte der nächste Anstieg Richtung Max Patch Summit.

Hier eine Impression vom Trail im Wald.

Der Max Patch Summit scheint ein beliebter Ort bei der Bevölkerung zu sein. Es führt eine Strasse hoch, welche kurz vor dem mit Gras bewachsenen Gipfel endet. Diverse Personen waren vom oder zum Parkplatz unterwegs. Ein paar junge Leute hatten ihre Zelte aufgestellt und versuchten im aufkommenden Gewitterwind Drachen aufsteigen zu lassen.

Das Panorama war eindrücklich, speziell auch mit der Gewitterstimmung.





Beim Abstieg Richtung Shelter fing der Regen an, dieser war jedoch nur leicht und hörte nach einer guten Stunde auf.
Auf dem Weg zum Shelter hatten die Rhododendron richtige Tunnels gebildet, diese waren wegen des Regens sehr dunkel und mit leichtem Dampf gefüllt. Eine mystische Stimmung war das.

Kurz vor dem Shelter sah ich noch einen Baum mit einer grösseren Anzahl von Baumpilzen, ein schönes Motiv.

Nach der Ankunft und Abendessen hiess es noch, die Wasservorräte aufzufüllen.

Der heutige Tag war ein richtiger Aufsteller. Ein neuer Tagesrekord bei prächtigem Wetter, was will man mehr😊.
Morgen werden wir nochmals um die 17.9 Meilen laufen, um am Abend nach Hot Springs zu gelangen. Dort gibt es sogar ein Spa, mein Rücken könnte eine Massage gebrauchen. Schaun wir mal…😎
