27. Juli 2018 – Tag 79 / Amphibientag, goodbye Virginia, welcome West Virginia

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 08h00, Bears Den Hostel

Ankunft Ziel: 19h30 The Town’s Inn Hostel, Harpers Ferry, West Virginia

Wetter: Sonnig, dann zunehmend bewölkt, schwül, nach 16h00 Gewitter mit starkem Regen, später wieder sonnig und trocken

Zurückgelegte Meilen: 20.3 heute, 1024.6 seit Anfang (1648.6 Kilometer)

Elevation: 1350′-1000′-1312′-1150′-1650′-920′-1200′-312′-425′

Besonderes: Wir haben den „psychological halfway point of the Appalachian trail“ erreicht.

Und hier die Tagesgeschichte:

Heute hatten wir uns vorgenommen, bis nach Harpers Ferry zu laufen, etwas über 20 Meilen. Harpers Ferry ist der psychologische halfway point des Appalachian trails. In Harpers Ferry ist auch das Hauptquartier der Appalachian Trail Conservancy, derjenigen Organisation, welche für den Erhalt und Unterhalt des Trails verantwortlich ist.

Von Harpers Ferry würden wir dann per Zug, Bus und Taxi nach Maine reisen, um Mount Katahdin zu besteigen und anschliessend den A.T. südwärts zurück nach Harpers Ferry zu laufen (Flip-Flopping genannt). Diesen Entscheid hatten wir getroffen, um das Risiko auszuschliessen, im Oktober auf Schnee in Maine zu stossen.

Das Bears Den Hostel war eine tolle Erfahrung, diesen Ort kann ich nur empfehlen.

Um 08h00 war ich abmarschbereit und begab mich auf den Trail. Zuerst galt es nun den Roller Coaster zu beenden.

Nach den ersten drei Meilen überschritt ich zum ersten Mal die Grenze zwischen Virginia und West Virginia.

Kurz darauf war ich auf dem Crescent Rock mit diesem letzten Ausblick auf Virginia.

Um 10h55 war es dann vollbracht.

I survived the Roller Coaster!

Monk hatte am Morgen als Witz bemerkt, dass es heute nur noch 97 % so schwül sei wie gestern. Aber das war immer noch genug, sodass der Schweiss nur so lief.

Nach dem Roller Coaster veränderte sich das Terrain zunehmend, es folgten lange, relativ flache Abschnitte im lichten Wald respektive über Felsgrate und Wiesen. Endlich ein Trail, auf dem man etwas schneller vorwärts kam.

Direkt neben dem Trail sass dann dieser nette Kollege unter dem Motto: „Was gucksch Du?“

Ich hatte in Guthook’s gesehen, dass nach 14 Meilen in der Nähe des Trails eine Tankstelle mit Deli steht. Ich sandte Monk, der vor mir lief, eine SMS und teilte ihm mit, dass ich dort zum Lunch stoppen würde. Er meldete zurück, dass er mitkommen würde. Kurz vor Drei traf ich an der Strasse ein, Monk wartete dort auf mich. Als wir bei der Tankstelle ankamen, sassen dort bereits Swiss-Chris und sein Kollege Avocado. Diese hatten ein Uber bestellt, Avocado hatte Knieprobleme, deshalb liessen sie die letzten 6 Meilen aus.

Monk und ich holten uns etwas zu essen und zu trinken. Nachdem wir fertig waren, liefen wir zurück zum Trail. Eine schwarze Gewitterfront war zwischenzeitlich aufgezogen, wir würden sicherlich nass werden. Und so war es dann auch. Das Gewitter legte los, es goss wie aus Kübeln. Alle Versuche, die Schuhe einigermassen trocken zu behalten, waren erfolglos.

Auf dem Trail war nun Amphibienwetter, ich sah weitere sechs Kröten sowie zwei Laubfrösche.

Nach einer Stunde war der Spuk vorüber und die Sonne kam wieder hervor.

Kurz vor dem Shenandoah River überschritten wir zum zweiten Mal die State Line?!?

Um 18h30 war ich bei den Cascades, einem Wasserfall.

Ein paar Minuten später war ich auf der Brücke über den Fluss.

Monk und ich hatten noch nicht festgelegt, wo wir übernachten würden. Wir gingen ins Quality Inn, um nach dem Zimmerpreis zu fragen. Dieser war utopisch, also weitersuchen. Letztendlich entschieden wir uns für das Hostel Town’s Inn, ein Gebäude von 1840, welches mit viel Charme und Liebe zum Detail hergerichtet worden war. Dort trafen wir Freebird wieder. Nach der Dusche gingen wir noch etwas essen. Dort trafen wir auf weitere Hiker, welche wir schon kannten. Um 23h30 war ich dann auch im Bett und schlief sofort ein.

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