16. Juli 2018 – Tag 68 / Der Traum von Aquablazing – geplatzt

Der heutige Tag war ein geplanter Zero day in Waynesboro.

Bereits vor einigen Wochen hatte ich auf dem Trail von der Möglichkeit gehört, parallel zum A.T. für ein paar Tage mit dem Kanu auf einem Fluss zu paddeln. Dies nennt sich Aquablazing (die Wegmarkierungen auf Trails heissen „Blazes“).

Das Thema wurde dann von Eagle Eye vor etwas 10 Tagen aktiv angesprochen, Monk und ich waren sofort dafür, dies auszuprobieren.

Eagle Eye machte diesbezüglich ein paar Abklärungen für den Shenandoah National Park, erfuhr dann aber, dass Aquablazing für seine Pläne nicht geeignet war (zu wenig Meilen pro Tag).

Nach seinem Abgang wollten Monk und ich nun in Waynesboro alle Möglichkeiten abklären und versuchen, das Aquablazing für etwa 7-9 Tage zu organisieren.

Nach dem Frühstück im Motel, welches überraschend gut und vielfältig war, ging ich erkunden, wo genau die Coin Laundry (Waschsalon) liegt und ob ich dort auch Waschmittel kaufen kann. Nebendran lag ein Dollar General, ein Discounter mit guten Preisen. Hier machte ich die ersten Einkäufe (Food und Getränke). Ich ging zurück ins Motel, holte die Wäsche, machte einen Zwischenstopp beim Barber Shop (Coiffeur) und liess mir für US $ 15 (teuer!) die Haare schneiden. Anschliessend kaufte ich mir bei Dollar General ein Sportoutfit (Hose und T-Shirt) für US $ 10 (günstig, war 50% reduziert), damit konnte ich im Waschsalon meine Kleidung, welche ich anhatte, ausziehen und ebenfalls mitwaschen.

Als ich zum Motel zurückkam erzählte ich Monk, dass um 14h00 im Wayne Theater der Film „The Godfather“ gezeigt würde. Er war Feuer und Flamme, diesen Film sehen zu gehen. Wir gingen kurz einen Burger im Restaurant neben dem Motel essen und bestellten dann ein Lyft Fahrzeug, um zum Outdoor Shop zu fahren.

Dort angekommen erzählten wir dem Shopinhaber, was unsere Pläne seien. Er erklärte uns, weshalb wir das aus seiner Sicht eher nicht tun sollten.

  1. Momentan zuwenig Wasser im Fluss, d.h das Kanu muss immer wieder getragen und/oder gezogen werden
  2. Man verpasst den schönen Abschnitt des A.T. im Shenandoah Park.
  3. Transport des Kanus muss selber organisiert werden
  4. Wenige Anbieter, deren Bedingungen sehr unterschiedlich
  5. Campingplätze sind rar
  6. Landeigentümer erlauben teilweise nicht, auf ihrem Grund zu nächtigen
  7. Die Stellen, wo Boote gewassert respektive aus dem Wasser genommen werden können, sind wenige und teilweise vom Boot schlecht ersichtlich
  8. Pro Tag können nicht so viele Meilen zurückgelegt werden (etwa zehn)
  9. Man ist die ganze Zeit voll in der Sonne

Der Sohn des Inhabers stiess dazu und erzählte, dass er zuerst ein grosser Befürworter des Aquablazing gewesen war. Aber aufgrund der gemachten Erfahrungen sei er heute nicht mehr dafür.

Nach all diesen Erklärungen war für uns klar, dass der Traum geplatzt war, wir würden auf dem Trail weiterlaufen.

Ich probierte noch drei Paar Schuhe aus, konnte mich aber nicht entscheiden. Wir liessen uns nun zum Wayne Theater fahren.

Der Film, welcher hochdekoriert wurde, wurde mit freiwilligem Eintritt angeboten. Wir bezahlten je fünf Dollar, kauften noch Popcorn und ein Bier und machten es uns bequem.

Der Film, welcher drei Stunden dauern sollte, wurde sogar angesagt.

Wir hatten einen vergnüglichen Nachmittag!

Etwas später gingen wir in einen lokalen Italiener und hatten dort ein vorzügliches Abendessen.

Müde und satt liefen wir zurück zum Motel.

15. Juli 2018 – Tag 67 / Bärentag, Richtung Waynesboro und Shenandoah National Park

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 10h00, Reids Gap, Va. 664 (vorher mit Shuttle ab Devils Backbone Brewery)

Ankunft Ziel: 18h17, Rockfish Gap, dann mit Autostopp nach Waynesboro, Virginia zum Quality Inn Motel

Wetter: Zuerst Sonne, warm, dann bewölkt, am Nachmittag lokale Gewitter (Monk hat es voll erwischt, mich nicht😁)

Zurückgelegte Meilen: 19.1 heute, 863.0 seit Anfang (1388.6 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 2645′-3606′-2150′-2280′-1700′-2000′-1902′

Besonderes: Unabhängig Bärensichtungen durch Monk (Mutter mit 2 Jungen) und mich (männlicher Bär)

Mutterbär mit zwei Jungtieren (schwarze Punkte hintendran)

Photo by Monk

Und hier die Tagesgeschichte:

Heute hiess es Abschied nehmen von der Devils Backbone Brewing Company. Monk und ich hatten hier zwei tolle Tage verbracht.😁👍

Das Hikers‘ breakfast wurde nochmals mit höchstem Genuss verspiesen. Dann machten sich total 7 Hikers für den Transport zum Reids Gap bereit. Die Fahrerin brauchte noch einen Moment Zeit, sodass ein letzter Gang zur Toilette drin lag.

Dann wurden wir zum Reids Gap gefahren.

„Baggins“, ein Thru-Hiker aus Kolumbien, auf der Fahrt zum Reids Gap

Während sich die übrigen Hikers auf den Weg machten, setzte ich mich hin und hielt über WhatsApp einen etwa 25 minütigen Videocall mit meinem Göttibueb (Patenkind) Tristan, seiner Zwillingsschwester Nora und Tanja, welche die beiden den ganzen Tag um sich hatte (war unser Geschenk zu deren 10. Geburtstag im Mai, Tanja ist ja auch die Gotte von Nora).

Um 10h00 marschierte auch ich los, die anvisierte Tagesleistung waren rund 19 Meilen bis nach Waynesboro.

Bereits nach 10 Minuten kam ich zum ersten Aussichtspunkt, 3 Ridges Mountain.

Die heutige Etappe war betreffend Views sicherlich etwas vom Besseren.

Gegen Mittag in ziemlich steinigem und steilem Gelände hatte ich die übrigen Hiker mit Ausnahme von Monk eingeholt und zog an ihnen vorbei, ich war auf einer Mission. Es war richtig heiss, Gewitter waren angekündigt.

Unterwegs an einer Quelle traf ich auf eine Mutter mit ihren drei Kindern und einem Hund, welche den Sonntag im Wald verbrachten. Ich hatte ein gutes Gespräch mit ihr, bevor ich weiterging.

Ein Fall von Trail magic

Nach einiger Zeit kam ein weiterer Aussichtspunkt.

Im Laufe des Nachmittags lief ich auf dem Trail an dichtem Gebüsch vorbei. Plötzlich hörte ich lautes Knacken von brechenden Ästen aus dem Unterholz. Irgend etwas Grosses bewegte sich durch die Büsche! Ich blieb stehen und schaute angestrengt ins Unterholz. Und dann sah ich Bär Nr. 5 😁👍.

Ich lief beschwingt weiter. Leider nicht mehr ganz so konzentriert, was sich kurze Zeit später rächen sollte. Ein Stolperer, ich landete auf dem Boden. Leider war dieser mit scharfen Steinen belegt, sodass mein Knie entsprechend etwas abbekam.

Aber wie heisst es so schön: Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Und ich musste eh weiterlaufen. Aber einen kurzen Fluch musste ich dann doch loswerden.

Während etwa 45 Minuten begleitete mich ein Gewitter in der Ferne, es fing sogar einen sehr kurzen Moment zu regnen an. Ich hatte aber Glück und kam trocken davon.

Um 17h00 sandte mir Monk eine Nachricht, dass er am Rockfish Gap sei. Eine Dreiviertel Stunde später meldete er, er sei jetzt im Quality Inn Motel. Um 18h17 war auch ich am Gap. Dort gab es einen Popcorn Stand, ich ging hin, kaufte etwas Popcorn sowie ein Soda. Dann wollte ich mit Servietten die Wunde säubern. Eine Dame aus dem Popcorn Wagen sah dies und rief mich. Als ich zu ihr ging, reichte sie mir einen frischen Waschlappen, der in heissem Wasser genetzt worden war. So nett!

Ich kam mit einem Paar ins Gespräch, welche mich dann auch zum Motel fuhren.

Monk erzählte mir, dass er auf dem Trail eine Bärenmutter mit zwei Jungen gesehen und fotografiert hatte. Grossartig! Ferner war er voll ins Gewitter gelaufen und triefend nass gewesen.

Nach einer Dusche ging ich mit Monk noch etwas in einem Restaurant mit Cajun Küche essen, bevor dann schlafen angesagt war.

14. Juli 2018 – Tag 66 / Mit Vollpackung südwärts

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 09h20, Reids Gap, Va. 664 (vorher mit Shuttle ab Devils Backbone Brewery)

Ankunft Ziel: 18h10, Va. 56, Crabtree Falls Highway, dann mit Autostopp zur Devil’s Backbone Brewery

Wetter: Ganzer Tag Sonne, warm

Zurückgelegte Meilen: 10.7 heute, 843.9 seit Anfang (1357.8 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 2645′-3970′-1800′-2090′-970′-997′

Besonderes: Immer zuerst die Optionen checken erspart unötige Schlepperei😉

Das Hiker’s breakfast für US$ 5

Und hier die Tagesgeschichte:

Nachdem wir gestern den Trail beim Tye River verlassen hatten, wollten wir dort weitermachen. Ich wäre eigentlich noch gerne eine zweite Nacht auf dem Zeltplatz geblieben (Zero day), aber Monk wollte unbedingt weitermachen. Ich stimmte zu und so packten wir alles zusammen und gingen zum Frühstück. Als wir bestellen wollten, wies uns die Serviceangestellte auf das Hiker’s breakfast hin, welches nicht auf der Menü-Tafel war. Sie meinte, dass das ein sehr guter Deal sei.

Wir bestellten also und erhielten für US$ 5 Kaffee, einen grossen Teller Oatmeal, Rührei, Speck, Kartoffeln, Toast, Butter und hausgemachte Konfitüre. Einzig der frischgepresste Orangensaft musste separat bezahlt werden. Wirklich toll, dieses Angebot. Zur Krönung zauberte die Angestellte noch eine Hikers‘ Box hervor, aus welcher man sich mit Esswaren, Beauty Produkten sowie viel Marketing Material (Tücher, Bandanas, Sticker etc.) bedienen durfte. Ferner gab sie jedem Hiker, jeder Hikerin ein T-Shirt der Brauerei.

Wir hatten in der Zwischenzeit erfahren, dass um 09h00 ein Gratis-Shuttle zum Reids Gap fahren würde. Dies war jedoch rund 10 Meilen vom Punkt entfernt, wo wir aufgehört hatten. Ehrensache, dass wir diese 10 Meilen durch die Three Ridges Wilderness nicht einfach kippen würden, schliesslich war der letzte (beinahe) 4000er in Virginia zu übersteigen.

Wir überlegten, ob wir Autostopp zum Tye River machen sollten, verwarfen die Idee aber schnell wieder. Also fuhren wir mit dem Shuttle und stiegen beim Reids Gap aus. Während die anderen Hiker nordwärts loszogen, gingen Monk und ich südwärts. Für uns war mittlerweile klar, dass wir anschliessend wieder zur Brauerei zurückkehren würden. Ich meinte zu Monk, dass wir heute erneut Slackpacking hätten machen können statt nun eine Vollpackung über den Hügel zu tragen😐. Aber eben, zuerst denken erspart einem unnötige Schlepperei.

Da wir heute südwärts liefen, war klar, dass wir zum letzten Mal Eagle Eye sehen würden. So war es dann auch, kurz nach 10h00 kam er mir entgegen. Nochmals ein kurzer Austausch zu dritt und ein Selfie, dann trennten sich unsere Wege endgültig.

Auf dem weiteren Weg kamen uns noch weitere bekannte Gesichter entgegen.

Der Aufstieg zum Gipfel war von dieser Seite her moderater, dennoch hatte ich zu beissen. Wenn es zu steil und steinig wird, brauche ich etwas mehr Zeit als Monk. Allerdings ist seine Schrittlänge auch grösser, was man dann besonders spürt.

Kurz vor dem Gipfel war wieder ein wunderbarer Aussichtspunkt.

Das Schöne am Trail ist, dass man immer wieder auf interessante Personen trifft, seien es Thru-Hiker oder andere Nutzer des Trails.

Beim Abstieg holte ich Monk bei einer Wasserstelle ein.

Wir absolvierten das letzte Teilstück zusammen. Nur noch die Hängebrücke über den Tye River, dann waren wir am Ziel.

Wir wollten zur Brauerei zurück und machten wieder Autostopp. Dieses Mal mussten wir aber 50 Minuten warten, bis zwei Schwestern anhielten und uns zur Brauerei fuhren.

Der Rest war analog dem Vortag, einzig das Zelt aufstellen und die Dusche erfolgten früher😎. Es trafen bis zum Abend noch ein paar bekannte Hiker ein, mit welchen wir uns gut unterhielten.

13. Juli 2018 – Tag 65 / Devils Backbone Brewing Company

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 08h53, Hog Camp Gap, FS 48, Wiggins Spring Rd (vorher mit Shuttle ab Stanimal’s 328 Hostel, Glasgow, Virginia)

Ankunft Ziel: 18h10, Va. 56, Crabtree Falls Highway, dann mit Autostopp zur Devils Backbone Brewing Company

Wetter: Ganzer Tag Sonne, gelegentlich aufgelockerte Bewölkung, warm

Zurückgelegte Meilen: 19.1 heute, 833.2 seit Anfang (1340.6 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 3522′-3840′-3290′-3893′-3500′-3770′-3454′-3680′-3280′-4063′-997′

Besonderes: Devils Backbone Brewing Company ist ein MUSS für Hickers!

Und hier die Tagesgeschichte:

Nachdem wir gestern auf dem Trail als Slackpacker südwärts zurück nach Glasgow gelaufen waren, stand heute wieder das „normale“ Programm an.

Dies hiess aber auch, dass wir zum Hog Camp Gap gefahren werden mussten, um von dort aus wieder auf den Trail zu gelangen. Army, unser Driver, war nicht gerade pünktlich, dann mussten wir auch noch auf Noteworthy warten. Nach der Abfahrt noch ein kurzer Zwischenstopp beim Lebensmittelladen (ich brauchte noch Tortillas), dann ging es Richtung Gap. Army hat uns gestern auf der Fahrt Nonstop zugetextet, heute liess er zum Glück gute Rockmusik laufen.

Ein Auto voll mit 5 Männern auf einer Mergel-Strasse, dazu lautstark „Highway to hell“ aus den Boxen, ein richtiges Fun-Packet 😎.

Eagle Eye, Monk und ich hatten besprochen, dass wir rund 19 Meilen bis zum Tye River laufen würden, um dort zu campen. Der Fluss bietet auch ein Swimming hole, also ideal, um sich nach einem anstrengenden Tag abzukühlen.

Die Strecke war gemäss dem Profil ziemlich flach, bis auf die letzten 5 Meilen bewegte sich der Trail zwischen 3500 und 4000 Fuss Höhe über Meer durch die Priest Wilderness.

Also ideal, um diese Anzahl Meilen zu laufen. Auf den letzten 5 Meilen stand uns dann noch ein Abstieg von 4000 Fuss auf 1000 Fuss bevor.

Auch heute löste sich die Gruppe schnell auf. Eagle Eye lief voraus, gefolgt von Monk, mir und Noteworthy.

Wie erwartet machte der Trail so richtig Spass. Als ich gegen Mittag um eine Biegung kam, lag eine Schlange ausgestreckt auf dem Trail, der Kopf war im Gebüsch versteckt.

Ich sah aufgrund des Schwanzes sofort, dass dies wieder eine Klapperschlange ist, jedoch eine andere Art, sie war wesentlich dunkler gefärbt.

Ich ging sehr vorsichtig an ihr vorbei. Dann stupfte ich sie zweimal mit dem Wanderstock an. Uiuiui, jetzt wurde aber gerasselt😲.

Nachdem ich das Video gemacht hatte, ging ich weiter, ich konnte die Schlange noch längers hören.

Am Nachmittag erhielt ich eine WhatsApp von Eagle Eye. Dieser hatte sich entschieden, eine längere Strecke zu laufen bis zum nächsten Shelter. Damit war klar, dass er nun schneller vorwärts kommen wollte, um seinen Termin wahrzunehmen. Schade, wir hatten viel Spass zusammen!

Wiederum waren schöne Aussichtspunkte auf dem Trail.

Nun stand der Abstieg bevor. Wer nun denkt, dass das locker ist, täuscht sich. Es ist steil, manchmal sehr felsig und es geht über 8 Kilometer nur runter, d.h. die Knies werden gut beansprucht. Ich füllte beim Shelter auf dem Abstieg nochmals Wasser auf. Als ich weiter wollte, kam Noteworthy gelaufen. Er erzählte, dass er überlegt hatte, einen Shuttle zum Fluss zu bestellen, um zur rund 10 Meilen entfernten Devils Backbone Brewing Company zu fahren.

Was für eine brilliante Idee! Wir hatten schon mehrfach Bier von dieser Kleinbrauerei gehabt, es war Spitzenklasse. Ich sendete Monk eine Nachricht, dass er bei der Brücke warten soll.

Als ich unten ankam, war Monk erst gerade eingetroffen. Ich erzählte ihm von der Brauerei. Wir mussten aus dem Führer, dass Hiker dort gratis campen dürfen. Der Entscheid war schnell gefällt, dass wir per Autostopp zur Brauerei fahren, Noteworthy war noch nicht eingetroffen.

Wir mussten keine zehn Minuten warten bis ein offener Jeep mit einem jungen Paar hielt. Diese fuhren uns direkt zur Brauerei. Was für ein toller Ort. Der ganze Campus ist offen gestaltet, es gibt einen offenen Bierausschank in der Mitte mit ca. 20-25 verschiedenen Bieren. Dazu ein Grillstand, Souvenirshop, Restaurant, Bar mit Spirituosen etc.

Zuerst mussten wir jetzt mal den Staub des Tages runterspülen. Im Hintergrund wurde Live Musik gespielt, die Brauerei feiert in diesen Jahr das 10 Jahre Jubiläum und hat deshalb den ganzen Sommer Aktivitäten wie Gratis-Konzerte.

Dann gingen wir zum Shop, um uns als Hiker anzumelden. Die Begrüssung war sehr nett, ich erhielt Instruktionen zu Zeltplatz.

Anschliessend gingen wir ins Restaurant zum Nachtessen.

Es wurde so spät, dass wir letztendlich erst im Dunkeln beim Zeltplatz eintrafen. Schnell mit Taschenlampe das Zelt aufgebaut, dann noch das Bathhouse gecheckt.

Wow, was für eine brandneue Top Infrastruktur. Warme Duschen, Toiletten, Wasser, und alles gratis für Hikers!

Wie wir am Abend erfahren haben, wurde die Brauerei kürzlich an den weltgrössten Brauereikonzern Anheuser Busch (Budweiser etc.) verkauft. Es ist nur zu hoffen, dass das der gute Geist sowie das reiche Sortiment erhalten bleibt.

12. Juli 2018 – Tag 64 / Ein weiterer Marathon und 800 Meilen

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 08h47, Hog Camp Gap, FS 48, Wiggins Spring Rd (vorher mit Shuttle ab Stanimal’s 328 Hostel, Glasgow, Virginia

Ankunft Ziel: 18h45, U.S. 501, Va. 130, dann mit Shuttle nach Glasgow

Wetter: Am Morgen Schleierwolken, warm, leichte Brise. Ab Mittag volle Sonne.

Zurückgelegte Meilen: 28.1 heute, 814.1 seit Anfang (1309.9 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 3522′-4022′-3428′-4059′-1000′-1100′-970′-2169′-2100′-3391′-2573′-2974′-680′

Besonderes: Schon 800 Meilen zurückgelegt!

Und hier die Tagesgeschichte:

Ich sitze im Stanimal’s 328 Hostel in Glasgow am Küchentisch und versuche nach diesem körperlich fordernden Tag, meine Gedanken für den Blog zusammenzubringen.

Wir sind heute als Slackpacker nochmals 28.1 Meilen gelaufen, dies zum zweiten Mal innert einer Woche. Das Ziel ist, möglichst viele Extra-Meilen zu laufen, denn Eagle Eye muss einen Termin in Harper’s Ferry wahrnehmen. Solange Monk und ich Lust haben, machen wir dies so mit.

Der Lauf war sehr gut, ich blieb knapp unter 10 Stunden.

Aber nun der Reihe nach. Gestern sind wir ja im Gratis-Shelter der Stadt Glasgow „eingezogen“. Eagle Eye fragte uns bereits gestern, ob wir nochmals Slackpacking machen wollten. Nachdem wir beide zugestimmt hatten, organisierte er am Morgen einen Shuttle zum nahe gelegenen Hostel, wo wir unsere Packungen ablegen konnten. Anschliessend fuhr uns der Driver ARMY in einem alten Volvo mit weit über 200’000 Meilen auf dem Tacho die 28 Meilen zum Hog Camp Gap, einem Einstiegspunkt für den Trail. Noteworthy, ein weiterer Thru-Hiker, begleitete uns.

Wir stiegen zuerst zum Cole Mountain hoch, wo uns die ersten schönen Aussichtspunkte erwarteten.

Wir hatten ein hohes Tempo, die Gruppe löste sich schnell auf. Noteworthy wollte auch noch Frühstücken, wir sahen ihn bis zum Abend nicht mehr.

Wir überquerten die Pedlar River Holzbrücke.

Auf dem Bluff Mountain sahen wir eine giftige Copperhead Schlange, diese hatte es sich schön gemütlich unter den Resten eines Beton-Fundaments gemacht, welches eigentlich zum Sitzen einlud.

Die Aussicht vom Bluff Mountain war wieder einmal überwältigend.

Auf dem Trail hatte jemand die Meilenzahl 800 markiert, wieder ein Meilenstein auf meinem Weg.👍

Der Rest ist schnell erzählt. Ich kam nach 9 Stunden und 57 Minuten als Erster beim Parkplatz an. Monk und Eagle Eye folgten mit 20 Minuten Abstand, von Noteworthy hatten wir eine Nachricht erhalten, dass er später käme. Etwa 200 m vor dem Ende des Trails war noch etwas Trail magic, jemand hatte eine Kiste voll mit verschiedenen cakes für die Hiker deponiert.

Wir hatten heute erneut mehr als eine Marathondistanz zurückgelegt!

Wir fuhren mit dem bestellten Shuttle direkt zum einzigen, mittlerweile bekannten Restaurant in Glasgow, assen dort etwas und liefen dann die halbe Meile zum Hostel.

Noch die Wäsche, dann war bedtime.

Trail magic Kiste mit diversen Cakes

Ende nach 9H57M

Warten auf monk und Eagle Eye

Essen beim Italiener

11. Juli 2018 – Tag 63 / Bär Nummer vier und Abstecher nach Glasgow

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 07h35, Thunder Hill Shelter

Ankunft Ziel: 14h25, U.S. 501, Va. 130, dann mit Autostopp nach Glasgow

Wetter: Ganzer Tag Sonne, heiss, schwül

Zurückgelegte Meilen: 14.6 heute, 786.0 seit Anfang (1264.7 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 3960′-2369′-3054′-2300′-2650′-678′-680′

Besonderes: Bärensichtung am Morgen!

Und hier die Tagesgeschichte:

Ich hatte diese Nacht im Innenzelt im Shelter geschlafen, um all diesen fliegenden Plagegeistern aus dem Weg zu gehen. Zwei weitere Thru-Hiker kamen am Vorabend relativ spät beim Shelter an und fragten, ob es noch Platz habe. Ich war alleine im Shelter, also Platz en masse.

Sie fragten, ob es mich stören würde, wenn sie den Wecker auf 05h00 stellen würden. Ich sagte ihnen, dass das für mich problemlos sei.

Ich schlief schlecht diese Nacht, hatte wohl zuviel gegessen. Um 05h50 machte ich mir Kaffee und Frühstück.

Heute stand Glasgow (in Virginia, nicht Schottland😁) auf dem Programm. Wohl liegt die Stadt 6 Meilen vom Trail entfernt, aber ich musste auf die dortige Post, ich hatte dort zwei Pakete postlagernd.

Glasgow bietet neben dem Dinosaurier (keine Ahnung weshalb der dort steht)…

eine absolute Novität. Ein von der Stadt bereitgestellter Shelter, der über Wasser, Strom und warme Dusche verfügt.

Monk und ich zogen los.

Nach etwas über drei Meilen sahen wir einen Bären, der zuerst flüchtete, dann aber im Gebüsch stehen blieb. Wir beobachteten ihn, er uns. Nach etwa 2 Minuten trollte er sich.

Der Weg nach Glasgow war ein langer, langer Abstieg, unterbrochen von einem kurzen, heftigen Aufstieg.

Ich wollte meine Blogs uploaden und liess Monk ziehen.

Beim erwähnten Aufstieg in der warmen Sonne musste ich ziemlich beissen.

Aber letztendlich kam ich bei der Fussgängerbrücke über den James River an.

Auf der anderen Seite des Flusses war Monk, er war 10 Minuten vor mir angekommen und badete gerade die Füsse.

Wir machten Autostopp und hatten Glück, jemand stoppte, nachdem er unsere Rucksäcke gesehen hatte.

Bei der Post liess er uns raus, gegenüber ist der Shelter.

Wir gingen zuerst in das einzige Restaurant im Ort (Scotto’s, ein Italiener), bestellten etwas und warteten auf Eagle Eye.

Nach dem Essen bezogen wir den Shelter und ich erledigte die Sache mit der Post.

Abends war mangels Alternative nochmals das Scotto’s angesagt.

Jetzt liege ich in meinem Innenzelt auf einer Wiese und bestaune die Glühwürmchen.

10. Juli 2018 – Tag 62 / Zwei Monate unterwegs auf dem Trail

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 09h05, Va. 614, Jennings Creek (vorher mit Shuttle ab Super 8 Motel in Daleville, Virginia)

Ankunft Ziel: 17h50, Thunder Hill Shelter

Wetter: Ganzer Tag Sonne, heiss, immer noch relativ gute Bedingungen

Zurückgelegte Meilen: 14.0 heute, 771.4 seit Anfang (1241.2 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 987′-2042′-1330′-3560′-3145′-3420′-3179′-4206′-3900′-3960′

Besonderes: Zwei Monate auf dem Trail!

Überraschender Moment auf 4206 Fuss (FAA Radar dome auf dem Apple Orchard Mountain)

Und hier die Tagesgeschichte:

Heute vor zwei Monaten sind Monk und ich im Amicalola Falls State Park bei der Registrierung als Thru-Hiker aufeinander getroffen. Er der grosse, hagere, schweigsame Typ aus Colorado, ich der mittelgrosse, übergewichtige, kommunikative Schweizer. Ich hatte damals ja einen Rucksack mit 66 Pfund. Monk meinte kürzlich, er hätte dort gedacht, dass ich den Trail nie schaffen würde. Tja, bis dato eine klare Fehleinschätzung!😁

Viel ist in diesen zwei Monaten passiert, viel habe ich gesehen. Die ursprüngliche Planung mit 15 Meilen Sollvorgabe pro Tag hat immer noch Bestand, d.h. ich kann immer noch bis 15. Oktober abschliessen. Jedoch konkretisiert sich, dass wir in den nächsten Wochen an den nördlichen Endpunkt des Trails, Mount Katahdin, fliegen werden, um dann südwärts zu laufen. Dies deshalb, weil Mitte Oktober der Park geschlossen wird, in welchem Mount Katahdin liegt. Und je nach Witterung kann es bereits im September in Maine Schnee geben. Sobald ich Genaueres weiss, teile ich dies hier im Blog mit.

Nach zwei Tagen Slackpacking war nun wieder normales Trailleben angesagt, d.h. wieder voller und schwerer Rucksack am Rücken😥.

Unser Shuttle Driver Homer fuhr uns heute zum letzten Mal. Wir hatten ihn erst auf 08h30 bestellt, da wir gestern nicht wussten, wann wir zurückkehren würden und wieviel Zeit wir zum Schlafen hätten.

Um 09h05 waren wir auf dem Trail. Wir wussten, dass wir heute wohl „nur“ 14 Meilen laufen mussten, diese aber zwei grosse Aufstiege beinhalten würden.

Wir fingen mit dem ersten Anstieg an, welcher eigentlich in zwei Phasen verläuft., Eagle Eye hatte wohl den Turbo gezündet und flog davon. Monk und ich liefen im Tandem den Berg hoch. Ich hatte neue Socken an und spürte im linken Schuh eine schmerzende Stelle. War hier allfällig noch etwas in der Socke? Und tatsächlich, nach dem Ausziehen des Schuhs und der Socke kam ein Plastikteil zum Vorschein.

Ich war nun allein, im Moment lief alles noch gut. Kurz vor dem ersten Shelter holte ich Monk ein, der am Wasser filtern war. Ich spürte einen Hotspot am linken Fuss und stoppte beim ersten Shelter nach 3.8 Meilen um dies zu checken. Eagle Eye war auch dort und filterte Wasser.

Eagle Eye zog los, ich war wieder alleine. Meine Güte, dieser Aufstieg wollte nicht enden! Erschwerend kam dazu, dass die Temperatur schon ordentlich hoch war. Doch irgendwann hatte ich es auch geschafft, der erste Hügel (Floyd Mountain) war geschafft😊.

Um die Mittagszeit sah ich wieder einmal eine grosse Blacksnake auf dem Trail, diese ist für Menschen ungefährlich.

Zum Lunch begab ich mich zum zweiten Shelter.

Je länger ich unterwegs war, desto mehr spürte ich eine grosse Müdigkeit. Es war, wie wenn jemand den Stecker gezogen hätte. Speziell die Strecke zwischen den beiden Anstiegen machte mir heute am meisten zu schaffen. Immer wieder rauf und runter, und dies auf sehr steinigem Terrain.

Doch dann war es soweit, der Anstieg zum Apple Orchard Mountain begann. Erfreulicherweise war dieser moderater als ursprünglich angenommen. Unterwegs sah ich wieder zwei Deers.

Ich musste heute wirklich kämpfen….

Auf dem Black Rock war ein netter Ausblick.

Endlich kam ich auf dem Apple Orchsrd Mountain an. Die FAA Radarstation hatte ich jetzt aber gar nicht erwartet.

Ich begann den kurzen Abstieg zum Thunder Hill Shelter und tauchte in den Wald ein.

Und hier war The Guillotine, eine spektakuläre Gesteinsformation.

Ich glaube, der Name passt….😉

Die letzten zähen Meter, dann war ich beim Shelter angekommen.

Der Shelter war verseucht mit Insekten, zum ersten Mal seit längerem habe ich mich gründlich eingesprüht, um in Ruhe essen zu können.

Angenehm war, dass bei diesem Shelter eine Bear box vorhanden war, so mussten wir die Food bags nicht hängen.

Übrigens: Eagle Eye hat heute morgen seinen ersten Bären auf dem Trail gesehen.

9. Juli 2018 – Tag 61 / Ein Marathon auf dem Trail und ein Drittel des A.T.

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 08h05, Va. 614, Jennings Creek (vorher mit Shuttle ab Super 8 Motel in Daleville, Virginia)

Ankunft Ziel: 18h05, Super 8 Motel, Daleville

Wetter: Ganzer Tag Sonne, heiss, am Morgen noch leichte Brise, gute Bedingungen

Zurückgelegte Meilen: 28.2 heute, 757.4 seit Anfang (1218.7 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 987′-2707′-2228′-2448′-1920′-2540′-2365′-2402′-1680′-2676′-1300′-1400′-1350′

Besonderes: Zum ersten Mal Richtung Süden gelaufen (SoBo) als Slackpacker mit neuem Tagesrekord (Anzahl Meilen). Ein Drittel des Appalachian Trails gelaufen.

Und hier die Tagesgeschichte:

Irgendwie hatte mir das gestrige Abendessen nicht so gut getan, mein Magen rebellierte. Oder war es mehr die Aufregung vor dem heutigen Tag? Wir hatten gestern im Überschwang Eagle Eye’s Vorschlag zugestimmt, heute 28.2 Meilen zu laufen. Dies sind 45.37 Kilometer, also mehr als die Marathondistanz!

Aber zugesagt ist zugesagt. Schon beim Packen des Rucksackes war es anders als gestern. Ich nahm z.B. zusätzlich die Stirnlampe mit für den Fall, dass wir bis in die Nacht laufen würden.

Um 07h30 war wiederum Homer Witcher, unser Driver bestellt. Der Mann ist oberpünktlich!

Homer Witcher, 77 und topfit

Homer fuhr uns zu Jennings Creek. Um 08h05 waren wir auf dem Trail. Noch kurz die App Guthook’s auf Southbound umstellen (wir liefen den Trail heute in umgekehrter Richtung), dann konnte es losgehen.

Zuerst war ein Anstieg von 1700 Fuss zu bewältigen. Eagle Eye und ich zogen gur aus, Monk folgte mit Abstand. Nach einer Meile stoppte ich Eagle Eye und gratulierte ihm respektive uns zum 1. Drittel des A.T., welches wir heute erreicht haben. Jetzt geht es mit grossen Schritten Richtung Halbzeit!😁

Wir passierten 3.3 Meilen in der ersten Stunde, dies trotz steilen Passagen. Ein erster Indikator, dass wir den heutigen Tag vielleicht doch nicht so spät abschliessen würden.

Auch in der zweiten Stunde konnten wir das Tempo halten. Die Temperatur war noch ideal, nicht zu warm und eine leichte Brise. Um 10h40 erreichten wir nach 8.3 Meilen den Mills Gap Overlook, ein Aussichtspunkt auf der Strecke am Blue Ridge Parkway. Diese Aussichtsstrasse überquerten wir heute mehrmals.

Hier machte ich ein Foto, Eagle Eye zog unterdessen weiter.

Nach weiteren 0.6 Meilen kam der Peaks of Otter Overlock.

Um die Mittagszeit traf ich bei einem Parkplatz auf David, einen Trail Angel. David (Hikername „Planet Mars“) ist ein Tageshiker und putzt freiwillig die Shelter! Er hatte ein Tischchen mit Wasser aufgestellt sowie Crackers. Eine Super Sache, Wasser ist auf diesem Teilstück Mangelware.

Nach einem guten Gespräch zog ich weiter. Trail magic!

Kurz darauf traf ich wiederum auf Eagle Eye, welcher Mittagsrast gemacht hatte. Dort stand auch ein Steintisch mit zwei Bänken. Ich beschloss, dort zu essen, Eagle Eye marschierte wieder los. Als ich mit dem Essen fertig war, kam Monk, mit welchem ich eine Weile weiterzog.

Als ich wieder alleine war, traf ich bei einem Overlook auf den Sicherheitschef des Generals, welcher die Strecke für morgen mit dem Wagen besichtigte. Ein kurzer Schwatz, dann mussten wir beide weiter. An jenem Ort sind mir auch die beiden bemalten Steine aufgefallen, die hemand auf den Trail gelegt hatte.

Ich war noch gute 15 Meilen vom Ziel entfernt und fühlte mich gut.

Irgendwann schloss ich wieder zu Monk auf und überholte diesen. Da wir heute südwärts liefen, kamen uns mehr Hiker entgegen. Es war witzig, einige kannten wir bereits (Shawn und Caroline, Hollywood, welche wir zuletzt in den Smokies gesehen hatten, sowie Poppins).

Gut 8 Meilen vor dem Ziel traf ich a die Gruppe des Generals. Auch hier ein netter Schwatz, währenddessen kam Monk dazu. Die Verabschiedung war wirklich herzlich!

Ein letzter grosser Anstieg, dann waren nur noch 5 Meilen übrig, welche bergabwärts gingen.

Genau nach 10 Stunden und zurückgelegten 45.37km lief ich beim Motel ein.

Nach einer erfrischenden Dusche gingen wir zu Dritt ins mexikanische Restaurant und feierten unseren Erfolg!

8. Juli 2018 – Tag 60 / Mein schönster Tag bis jetzt

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 08h30, Va. 311, Catawba Valley Drive (vorher mit Shuttle 08h00 ab Super 8 Motel in Daleville, Virginia)

Ankunft Ziel: 16h20, Super 8 Motel, Daleville

Wetter: Ganzer Tag Sonne, warm, leichte Brise, EINFACH NUR OPTIMAL

Zurückgelegte Meilen: 19.8 heute, 729.2 seit Anfang (1173.3 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 1980′-2100′-1980′-3199′-2250′-3000′-1800′-2010′-1165′-1350′

Besonderes: Zum ersten Mal Slackpacking (d.h. Ultraleicht unterwegs mit Shuttle Service) gemacht.

Grenzenlose Freiheit……

Und hier die Tagesgeschichte:

Heute morgen war also das erste Mal Slackpacking angesagt. Nach dem Frühstück im Motel leerten wir die Rucksäcke und packten nur noch Snacks und Wasser sowie Filter ein. Mein Gott, was für ein Unterschied zu einem Rucksack mit 20 Kilo oder mehr!

Eagle Eye hatte auf Guthook’s gesehen, dass in Daleville ein Shuttle Driver namens Homer Witcher verfügbar ist. Er buchte diesen auf 08h00. Homer, ein dem Anschein nach äusserst rüstiger Senior, war überpünktlich und sagte mir auch gleich, dass er noch eine weitere Fahrt habe.

Homer’s Nummernschild

Mir fielen zwei Kleber auf seiner Heckscheibe auf, welche ich schon irgendwo gesehen hatte, aber im Moment nicht mehr unterbringen konnte.

Ich fragte Homer nach deren Bedeutung. Es waren die Distanzen in Meilen für Halbmarathon und Marathon. Er erzählte mir, dass er vor zwei Jahren seinen ersten Marathon gelaufen sei, und zwar in vier Stunden! Jetzt musste ich doch nach seinem Alter fragen. Homer ist 77! Wie sich herausstellte ist er auch für den Unterhalt eines Trailstücks verantwortlich.

Homer fuhr uns nun zum sehr grossen Parkplatz beim Catawba Valley Drive, wo wir gestern der Trail verlassen hatten. Dieser Abschnitt des A.T. ist im Übrigen der meistbegangene auf dem ganzen Trail. Der Parkplatz war trotz früher Stunde schon gut belegt. Wir verabschiedeten uns von Homer und liefen über die Strasse zum Trail Richtung Süden.

Gemäss Führer mussten wir 1200 Fuss aufsteigen. Der Trail Richtung McAfee Knob stellte sich aber quasi als Autobahn heraus, sehr breit und mit moderater Steigung. Eagle Rye und ich waren gut abgestimmt und liefen den Berg in Rekordzeit hoch. 3.9 Meilen in einer Stunde! Und dann kamen wir zum McAfee Knob. Dieser Punkt auf dem Trail ist weltberühmt, ich hatte mich schon seit Wochen auf diesen Moment gefreut.

Nach den obligaten Fotos sowie einem Moment des Geniessens ging es weiter. Der heutige Tag würde uns mit weiteren schönen Ausblicken verwöhnen. Was wir nicht wussten: Monk hatte uns überholt, als wir beim Knob waren.

Wir waren so leicht unterwegs, dass wir anfingen, den Berg runter zu rennen. Eine vollkommen neue Erfahrung😁.

Monk war alleine unterwegs, als er seinen ersten Bären auf dem Trail sah. Leider flüchtete dieser so schnell, dass Monk kein Foto machen konnte.

Beim nächsten grossen Anstieg liess ich Eagle Eye ziehen.

Unterwegs sah ich diesen schönen Felsen, der Trail lief unten durch.

Ich traf Eagle Eye beim Mittagessen wieder, welches er bei den Tinker Cliffs einnahm

Die andere Person auf dem Bild ist Matt, ein Tageshiker.

Als wir weiterliefen, schlossen wir zur Gruppe um den General auf. Ricky, seine Frau, sagte mir, dass sie im gleichen Motel schlafen würden. Das war ja schon witzig.

Eagle Eye puschte weiter, irgendwann war mir das zu stressig, ich liess ihn ziehen.

Hier nochmals eine schöne Aussicht.

Ich war noch 1.4 Meilen vom Motel entfernt, als ich eine SMS von Monk erhielt. Er fragte, wo ich sei. Ich dachte, er sei hinter mir. In Tat und Wahrheit hatte er schon 45 Min. vorher das Motel erreicht. Er hatte den ganzen Weg Tempo gemacht weil er dachte, er sei weit hinter uns!😉

Als ich beim Motel ankam, waren die Fahrzeuge der Security für den General schon da, zusätzlich war ein Sheriff vor Ort.

Wir gingen nach der Dusche zu einem BBQ Lokal bei der Einkaufsmall. Das Essen war sehr gut, jedoch war das Preisniveau unverhältnismässig hoch.

Als wir noch beim Essen waren kam auch der General mit seiner Gruppe ins Restaurant.

Obwohl alles zufällig ist bin ich sicher, dass die Security uns drei durchgecheckt hat, um eine Gefährdung auszuschliessen.

Als wir gehen wollten tauchten auch noch Shawn und Carolyn auf. Monk ging schlafen, Eagle Eye und ich hingen noch etwas mit den beiden rum.

Dieser Tag war bis jetzt der Schönste auf meinem Thru-Hike. Eine leichte Packung, bestes Wetter, ein schöner Trail und wunderbare Aussichtspunkte! Ich ging überglücklich schlafen.

7. Juli 2018 – Tag 59 / Spontanität ist alles

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 08h30, Va. 624, Newport Road, North Mountain Trail (mit Shuttle ab Four Pines Hostel)

Ankunft Ziel: 10h30, Va. 311, Catawba Valley Drive, dann mit Autostopp nach Daleville, Virginia

Wetter: Gewittrig am Morgen, ein paar Regentropfen, dann sonnig, warm, am Nachmittag richtig heiss

Zurückgelegte Meilen: 5.9 heute, 709.4 seit Anfang (1141.4 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 1790′-2000′-1980′

Besonderes: Daleville ist bekannt für viele Kleinbrauereien😋.

Ein Bier in der Hand, Hopfen an der Wand….

Und hier die Tagesgeschichte:

Der Abschied von diesem Hostel fiel nicht wirklich schwer. Monk zog bereits früh los, Eagle Eye und ich wurden noch kurz in einen Lebensmittelladen gefahren und anschliessend zum Trail.

Wir zogen los und trafen Monk nach ein paar Kilometern wieder.

Eigentlich wollten wir heute 15 Meilen machen, dann bei einem Shelter übernachten und morgen noch rund 10 Meilen bis nach Daleville laufen, um dort Re-Supply zu machen. Daleville war mir von einem anderen Hiker empfohlen worden, da es da viele Micro Breweries gibt.

Ich machte mir Gedanken zu unserer Planung. Morgen wäre wieder einmal Sonntag, die Erfahrung hatte uns gelehrt, dass dies ein schlechter Tag sein kann für einen Aufenthalt in einer Stadt (teilweise sind Läden und Restaurants geschlossen).

Während wir liefen, war in der Ferne schon Motorenlärm zu hören. Und dann hatte ich die Idee. Heute nur bis zur nächsten Strasse laufen, dann per Autostopp nach Daleville, dort alles Notwendige einkaufen (inkl. Outdoorshop, gewisse Reparaturen waren fällig) und am nächsten Tag Slackpacking machen. Slackpacking bedeutet, dass man lediglich mit Wasser und Snacks unterwegs ist, der Rest der Ausrüstung wird deponiert oder nachgeführt.

Monk wie auch Eagle Eye waren sofort für diese Idee. Also stoppten wir bereits nach 5.9 Meilen am grossen Parkplatz, ab welchem viele Tageshiker den McAfee Knob besteigen.

Ich hatte noch nicht richtig den Daumen draussen für Autostopp, als ein junger Mann uns fragte, wo wir hinwollen. Wir sagten es ihm und er ging seine Freundin fragen, ob sie uns die 20 Meilen fahren könnten. Wir dachten uns, dass dies nichts werden würde, aber denkste…. Das Paar, das aus New York stammte und hier das Wochenende verbrachte, würde uns fahren. Wir bedankten uns herzlich und stiegen ein. Sie fuhren uns direkt ins Super 8 Motel in Daleville, welches spezielle Hiker Preise offeriert. Nach dem Einchecken gingen wir zuerst in ein mexikanisches Restaurant direkt beim Hotel und anschliessend zu Fuss zum nächsten Einkaufszentrum, wo auch der Outdoorladen war. Wie sich herausstellte, wäre dieser morgen Sonntag geschlossen gewesen. Nach dem Einkaufen gingen wir ins Motel zurück.

Gegen Abend bestellte Eagle Eye ein Uber, wir fuhren zur Flying Mouse Brauerei. Die Anfahrt war interessant, es sah aus, wie wenn wir über Land zu einer Farm fahren würden. Die Brauerei war in einer grossen Halle, alles sehr sauber und viele Marketing Artikel zum Kauf. Einzig zu Essen gab es nichts ausser Popcorn.

Nach zwei Bier fuhren wir weiter zur Ballast Point Brauerei, einem Ableger einer Brauerei, deren Hauptsitz in San Diego in Kalifornien liegt.

Das Angebot an Spezialbieren war überwältigend, das Essensangebot super und das Lokal extrem trendy.

Wir hatten einen guten Abend und liessen uns gegen 23h00 wieder zum Motel chauffieren.

Morgen werden wir das Slackpacking ausprobieren, es stehen rund 20 Meilen auf dem Programm.