6. Juli 2018 – Tag 58 / Holy moly – Klettern in den Felsen😐 und ein VIP

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 08h30, Niday Shelter

Ankunft Ziel: 18h20, Va. 624, Newport Road, North Mountain Trail, dann zu Fuss 0.5 Meilen zum Four Pines Hostel

Wetter: Sonnig, warm, schwül, ab 19h00 Gewitter

Zurückgelegte Meilen: 16.8 heute, 703.5 seit Anfang (1131.9 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 1800′-1560′-3100′-1525′-3020′-1790′

Besonderes:

Ich hätte es geschätzt, wenn diese Info auch für Northbounder verfügbar gewesen wäre….habe es am Ende der Klettertour fotografiert (d.h. für Southbounder).

Und hier die Tagesgeschichte:

Wir hatten kurz nach 01h00 ein kräftiges Gewitter direkt über dem Shelter. Ich war noch halb wach und hatte überlegt, ob ich all mein Material, welches draussen lag, in das Zelt nehmen soll. Nachdem der Wind auffrischte, war der Fall klar, ich holte alles von draussen rein, entweder unter das Vorzelt odet direkt ins Zelt. Kurz darauf legte das Gewitter los, ich war entsprechend happy.

Trotz Gewitter in der Nacht war das Zelt am Morgen nicht pflotschnass.

Ich packte alles sorgfältig ein, das Zelt legte ich im Shelter zusammen.

Wir hatten am Vortag auf dem Trail eine Gruppe Leute überholt, welche dann ebenfalls beim Shelter übernachtete. Es waren zwei Paare so Mitte/Ende Fünfzig und mehrere jüngere Männer. Schon beim Laufen am Vortag waren uns bei einer Strasse zwei grosse schwarze SUV aufgefallen, welche ziemlich offiziell aussahen. Wie es sich dann am Abend herausstellte, war einer der Männer General Paul J. Selva, Vice Chairman of the Joint Chiefs of Staff und zweithöchster Militäroffizier der USA! Die jungen Männer waren Marines oder Secret Service Leute, welche zu seinem Schutz abbestellt waren. Ich hatte mit Ricky, der Frau des Generals, eine gute Unterhaltung und gab ihr auch meine Blogdetails. Ihre Freundin lebt in Basel. Die Welt ist ein Dorf!

Um 08h15 war ich startbereit. Monk war schon unterwegs, Eagle Eye benötigte noch etwas Zeit. Ich kam jedoch nicht sehr weit, die Blaubeeren stoppten mich schnell.

Generell war heute ein Tag, an welchem ich die diversen Wildbeeren geniessen konnte (Brombeeren, Himbeeren, Blaubeeren).

Während ich noch am Geniessen war, kam auch schon Eagle Eye daher. Nach ein paar weiteren Blaubeeren zogen wir um 08h30 los.

Zuerst stand der Brushy Mountain auf dem Programm. Ein Anstieg von 1300 Fuss, aber auf ein paar Meilen verteilt. Das war eigentlich noch locker. Ich hatte mir für heute vorgenommen, mir alle Zeit der Welt zu nehmen für diesen Hike, um mir den Spass zu erhalten.

Auf dem Bergrücken stiess ich wieder einmal auf eine Schildkröte.

Auf dem Gipfel ist ein Monument zu Ehren von Audie Murphy aufgestellt. Audie Murphy war der höchstdekorierte US Soldat des zweiten Weltkrieges.

Als ich vom Denkmal wieder weiterlaufen wollte, kam Ricky mit ihrer Gruppe und grüsste nochmals von Weitem. Einfach nur sympathisch!

Nach dem Brushy Mountain erfolgte ein Abstieg auf 1525 Fuss.

Nun stand der Cove Mountain auf dem Programm, an dessen Ende der Dragon Tooth (Drachenzahn), eine Felsformation auf einer Höhe von 3020 Fuss über Meer stand. Wir hatten schon im Vorfeld gehört, dass uns beim Abstieg eine herausfordernde Kletterei bevorstand. Auf dem Weg dorthin lag eine grosse schwarze Schlange von etwa 1.2m auf dem Trail und sonnte sich. Als ich auf dem Trail daher kam, schlängelte sie sich schnell davon, ich konnte nicht einmal ein Foto machen 😯.

Dafür hier wieder ein schöner Ausblick.

Bevor wir jedoch den Drachenzahn erreichten, überschritten wir die 700 Meilen-Marke, ein weiterer wichtiger Schritt auf meinem Weg!😁

Und nun nur noch der Drachenzahn, bevor wir bis auf 1790 Fuss absteigen konnten.

Wer meine Blogs gelesen hat weiss, dass Trittsicherheit ein wichtiges Kriterium ist in gewissen Abschnitten des Trails. Dazu fehlende Höhenangst und Schwindelfreiheit, dass wäre dann schon super. Was uns heute erwartete, hätte all diese Fertigkeiten erwartet.

Etliche, teilweise 10 Meter hohe Felswände, über welche man absteigen musste. An einigen Stellen waren Eisen in die Felsen geschlagen, um den Abstieg zu erleichtern. Aber das Balancieren auf schmalen Felssimsen mit einem 20kg Rucksack am Rücken forderte alles. Ich war am Ende einfach nur froh, dass alles ohne Unfall ablief.

Die folgenden Bilder habe ich aus dem Internet, da ich in den Kletterpartien alleine unterwegs war und mich nicht selber fotografieren konnte.

Beim weiteren Abstieg auf dem Trail war ich müde und etwas unkonzentriert, prompt stolperte ich und stürzte über das Bord. Zum Glück stand dort eine Fichte, so konnte ich den Sturz abfedern. Einzig mein Schulterblatt wurde beim Aufprall auf einen Wurzelstamm etwas lädiert. Ich zog den Rucksack ab, rappelte mich auf und kletterte wieder auf den Trail zurück.

Nach fast 10 Stunden kamen Eagle Eye, den ich wieder getroffen hatte, und ich auf der Newport Road an. Von da liefen wir noch eine halbe Meile zum Four Pines Hostel.

Das Hostel, welches auf Spendenbasis funktioniert, war sehr speziell. Auf einer Farm hat der Eigentümer eine grosse Garage in ein Hostel umfunktioniert. Das ganze ist speziell beim Bubble (d.h. Start der A.T. Saison) als Party place bekannt. Jetzt war ein bunter Mix an Leuten dort. Als wir reinkamen, sass Monk mit diversen Personen um einen Tisch, jemand hatte Spaghetti, Fleischbällchen und Tomatensauce gekocht, dazu ein Salat und Dip-Gemüse. Wir wurden spontan auch eingeladen, uns am Rest zu bedienen.

Um 19h00 fing es zu regnen an, was uns nicht mehr gross interessierte.

Um 22h00 war Lichterlöschen angesagt (jawohl, strenge Regeln😉), ich wollte noch am Blog mit Rotlicht arbeiten, war aber zu kaputt.

Tischlein deck dich / Whisk(e)y-Tasting für max. 6 Personen ab einer Spende von 10 Rappen…..*

Liebe Blog Leserin, lieber Blog Leser

Das Menü mit Weinbegleitung, welches ich vor ein paar Tagen offeriert hatte, wurde sehr schnell durch Edith Maurer Mütsch für 5 Rappen pro Kilometer erworben.

Hier ist eine weitere attraktive Möglichkeit, mit meinem Hike Tischlein deck dich finanziell zu unterstützen.

Der Spendenstand liegt momentan bei 43 Rappen pro Kilometer. Bekanntlich liegt mein Ziel bei 1 Franken pro Kilometer, den ich auf dem Trail laufe.

Und deshalb: Der oder die nächste mit einer Spende von 10 Rappen (oder mehr) pro Kilometer erhält von mir ein Whisk(e)y-Tasting für maximal 6 Personen, auf Wunsch bei sich zuhause (max. 90 km Distanz ab Basel, bei grösserer Distanz werden die Benzinkosten zusätzlich verrechnet). Wer mich kennt weiss, dass ich seit vielen Jahren Liebhaber und Kenner von Single Malt Whiskys bin. Gerne gebe ich dieses Wissen an einem Tasting weiter, wo 5-6 Whisk(e)ys vorgestellt werden. Termin nach Vereinbarung, frühestens im Dezember 2018. Der Wert dieses Tastings beträgt Fr. 360, d.h. Fr. 60 pro Person. Sollten weniger als 6 Personen teilnehmen, wird der Differenz-Betrag NICHT ausbezahlt.

* Momentaner Kilometerstand (per 06.07.) ist 1131.9. Wer jetzt 10 Rappen zusagt, spendet damit mindestens Fr. 113.20 an Tischlein deck dich. Sollte ich den Trail fertig laufen, würde die Spende dann Fr. 350 ausmachen.

E-Mail an erwin.freiburghaus@gmail.com

Hier noch die wichtigen Blog Beiträge zum Thema:

https://hikerpike.blog/2018/07/01/help-weitere-supporter-gesucht/

https://hikerpike.blog/2018/06/16/spendenaufruf-1-rappen-fur-jeden-zuruckgelegten-kilometer-von-pike-an-tischlein-deck-dich-2/

5. Juli 2018 – Tag 57 / Östliche kontinentale Wasserscheide

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 09h25, Va. 601 Rocky Gap, vorher mit Shuttle ab Angels Rest Hiker’s Haven, Pearisburg

Ankunft Ziel: 17h10, Niday Shelter

Wetter: Sonnig, warm, auf den offenen Flächen heiss, gelegentlich angenehme Brise

Zurückgelegte Meilen: 15.4 heute, 686.7 seit Anfang (1104.9 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 3159′-3800′-2100′-3490′-1800′

Besonderes: Ein wunderbarer Tag mit besten Bedingungen und etlichen Aussichtspunkten.

Und hier die Tagesgeschichte:

Wer meine Beiträge vom 2. und 3. Juli gelesen hat, hat sicherlich gemerkt, dass ich eine Krise hatte. Ich war sicherlich noch lange nicht am Hinschmeissen, aber der Spass am Trail ging langsam verloren. Genau dieser Spass ist jedoch nötig, um so lange auf dem Trail zu bleiben, das reine Commitment alleine reicht nicht über Monate. Ich glaube, ich habe rechtzeitig reagiert und mit der von mir verlangten 4th of July Pause das Richtige gemacht. Denn sowohl Monk wie auch Eagle Eye haben mir heute unabhängig bestätigt, dass sie an einem ähnlichen Punkt waren.

Heute morgen wusste ich bereits beim Aufwachen: Heute ist mein Tag. Ich war bereits um 05h30 wach und freute mich auf den Trail!

Ich nahm kurz eine Dusche, dann ging ich zur Küchenzone und bereitete mein Frühstück zu. Monk gab mir einen Update über das Feuer in Carbondale. Es sieht nicht gut aus, 5000 Acres sind schon abgebrannt, zum Glück jedoch noch kein Haus. Auch wurde zum Glück noch niemand verletzt. Das Feuer ist aber ausser Kontrolle!

Um 08h00 hatten wir den Shuttle zum Rocky Gap bestellt, um unseren Hike fortzusetzen. Ich hatte also noch alle Zeit, meine Packung zu erstellen. Die grösste Herausforderung war wieder einmal mein Foodbag. Ich packte einiges um und liess zwei, drei Dinge in der Hikers box zurück, damit war mein Problem gelöst.

Um 08h00 hatten wir unsere Rucksäcke im Bus, eine weitere Thru-Hikerin war mit dabei, jedoch startete sie ab einem anderen Punkt. Noch kurz tanken, dann gings los.

Nachdem sie abgesetzt worden war, wurden wir an unseren Punkt gefahren.

Als erstes mussten wir 600 Fuss steigen. Dieser Aufstieg war einfach, der Trail war breit, der Anstieg war konstand, es gab keine grossen Steine im Weg.

Nach rund zwei Meilen wurden wir mit dem ersten schönen Ausblick vom Kelly Knob belohnt.

Nun ging es steil 1000 Fuss runter Richtung Laurel Creek Shelter. Dort fassten Monk und Eagle Eye Wasser, ich hatte am Morgen voll geladen. Nach dem Shelter ging es noch weiter runter. Ich war davongezogen und hikte meinen eigenen Hike. Im Tal folgte ein langes Stück von 2 Meilen durch Wiesen und entlang von Farm-Feldern. Es war mittlerweile Mittag, die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel. Zum Glück war die Schwüle der letzten Tage vorbei, so hielt sich auch das Schwitzen in Grenzen.

Und jetzt noch die Krönung des Tages. Ein Anstieg von 1250 Fuss in nur 1.1 Meilen (ja, das ist STEIL). Direkt vor dem Anstieg legte ich eine Lunch-Pause ein. Anschliessend stieg ich hoch. Hier eine günstige Liegenschaft 😉, welche im Wald am Trail liegt.

OK, etwas Renovation ist wohl nötig….

Oben auf dem Sinking Creek Mountain ging der Trail dem Kamm entlang. Etliche Stücke gingen über grosse Felsplatten, meine Schuhe hielten ausgezeichnet auf den Felsen. Mehrmals kamen wunderbare Aussichtspunkte auf die Appalachen.

Bevor ich Richtung Shelter 1000 Fuss abstieg, kam ich an dutzenden von Steinhügeln vorbei, welche vermutlich durch frühe Siedler erstellt worden waren. Bis auf ein noch gut erhaltenes Exemplar waren jedoch alle mehr oder weniger zerfallen.

Direkt beim Abstieg war dann die Wasserscheide. Links vom Schild geht alles Wasser in den Golf von Mexiko, rechts in den Atlantik.

Kurz vor dem Shelter schloss Monk wieder zu mir auf, wir liefen zusammen ein.

Beim Shelter war Hochbetrieb, eine Gruppe Jugendliche (Quäker) mit zwei Begleitern war schon da, zusätzlich waren diverse Hiker schon da oder noch auf dem Weg. Ich hatte bis jetzt noch nie soviele Leute bei einem Shelter erlebt. Schnell sicherte ich mir einen guten Zeltplatz, dann war Wasser holen angesagt.

Monk gab mir nochmals einen update zum Feuer. Rund 800 Häuser wurden zwischenzeitlich evakuiert, erste Häuser sind abgebrannt. Sein eigener Trailer ist momentan nicht gefährdet, weil der Wind gedreht hat.

Nach dem Nachtessen ging Monk wie gewohnt früh schlafen, ich diskutierte mit Eagle Eye noch lange über mögliche Geschäftsideen.

Irgendwann war dann Zeit, ins Zelt zu gehen.

4. Juli 2018 – Tag 56 / Happy 4th of July und ein Nero day

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 08h00, War Spur Shelter

Ankunft Ziel: 09h20, Va. 601 Rocky Gap, dann mit Shuttle nach Pearisburg zum Angels Rest Hiker’s Haven Hostel

Wetter: Sonnig, warm, später glühend heiss und weniger schwül

Zurückgelegte Meilen: 2.8 heute, 671.3 seit Anfang (1080.1 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 2340′-2102′-3159′

Besonderes: Wir feiern den amerikanischen Nationalfeiertag in Pearisburg.

Und hier die Tagesgeschichte:

Vor drei Tagen hatte ich einen Zero day. Heute war es ein Nero day. Nero steht für Near Zero (nahe bei Null). Jetzt kann man natürlich diskutieren, wieviele zurückgelegte Meilen notwendig sind, damit ein Tag als vollwertig gilt. Es gibt da Hiker, welche locker sagen, dass alles unter 15 Meilen als Nero gilt. Ich finde diese Interpretation zu krass. Aber 2.8 Meilen sind auch für mich ein Nero day, selbst nach 1000 Fuss Anstieg.

Ich war heute morgen bereits um 05h30 wach. Geschlafen hatte ich in meinem Innenzelt, dieses war aber im Shelter aufgestellt. Das Innenzelt war nötig, weil eine Unzahl von Fliegen, Hummeln und sonstigen Insekten bei diesem Shelter waren. Wie ich festgestellt habe, behält das Innenzelt Wärme trotz Netzeinsätzen, entsprechend hatte ich in der Nacht geschwitzt.

Ich fing früh an, meine Sachen zusammenzupacken. Anschliessend machte ich mir Frühstück. Monk erzählte mir, dass in Carbondale, Colorado, wo er wohnt, eine grosse Trockenheit herrsche und jetzt ein Feuer ausgebrochen sei. Grund waren zwei Hohlköpfe, welche mit Leuchtspurmunition geschossen hatten. Das Feuer sei nahe bei Häusern, es hätten bereits etliche Bewohner evakuiert werden müssen.

Nach dem Frühstück erstellte ich meine Packung. Eagle Eye war noch am Schlafen in seiner Hängematte.

Wir waren heute überhaupt nicht in Eile, denn wir mussten nur ins Tal runter und dann einen grösseren Anstieg machen um zum Rocky Gap zu gelangen. Dort war eine Naturstrasse inkl . Parkplatz, wo uns ein Shuttle abholen konnte. Die einzige Unsicherheit war, ob wir dort Mobile Empfang haben, um den Shuttle zu bestellen.

Nachdem Eagle Eye wach war, packte auch er zusammen und wir konnten um 08h00 losmarschieren.

Unten im Tal angekommen überquerten wir eine Strasse und fingen mit dem Anstieg an, wir mussten 1000 Fuss hochsteigen. Es war zwar ein bisschen weniger schwül als gestern, aber alle drei kamen ordentlich ins Schwitzen. Nach 1 Stunde und 20 Minuten hatten wir es geschafft.

Beim Rocky Gap waren drei grosse Wasserflaschen für Hiker abgestelkt worden mit dem Hinweis Trail magic. Eine nette und sehr geschätzte Geste bei dieser Hitze.

Wir hatten Glück, Monk hatte ein Netz und konnte das Hostel anrufen betreffend Shuttle. Keine Stunde später war der Wagen da und fuhr uns die 36 Meilen nach Pearisburg zum Hostel Angels Rest Hiker’s Haven.

Nach dem Einchecken trafen wir wieder einmal auf Papa Smurf und Co. Er musste seine Wunde am Schienbein mit 12 Stichen nähen lassen, zusätzlich wurde auch ein Knochensplitter entfernt. In 1-2 Tagen sollte er aber wieder fit für den Trail sein.

Monk und ich wollten zum Mexikaner Lunchen gehen, Eagle Eye hat zuerst noch eine Akupunktursitzung gebucht. Aber denkste, der Mexikaner hatte wegen des Feiertages geschlossen. Wir gingen also zu Dairy Queen und assen dort etwas. Anschliessend kurz zu Food Lion, die Hitze war schon wieder gewaltig! Zurück beim Hostel war Waschen angesagt.

Im Laufe des späteren Nachmittages fuhr uns eine Hikerin, welche ihren Wagen beim Hostel hatte, zum 1.6 Meilen entfernten Walmart und Liquorstore. Wir wollten unsere Zutaten für ein schönes Barbeque kaufen, zusätzlich konnte ich jetzt meinen Whiskey einkaufen.

Mit drei schönen Steaks, Gemüsespiessen, Zuckermais und einem gemischten Salat stand unser Festmahl. Natürlich wollte Monk dies auf Holzkohle grillieren, deshalb wurde auch noch ein Sack Kohle gekauft. Ich wusste gar nicht, dass es auch hier Limited Editions gibt, in diesen Fall Kirschenholz.

Witzig: Beim Zubereiten der Maiskolben suchte ich ein Schneidebrett in der Küche. Ich fand keines, aber dafür fand ich den Zyliss Blitzhacker MADE IN SWITZERLAND😁.

Während wir am Grillieren waren, wurden wir zu einem Cooking eingeladen.

Wir gingen nach unserem Essen dort vorbei und kamen so noch zu einer Glacé.

Später wurde Feuerwerk gezündet, es war ein schöner Abend.

Tischlein deck dich / Ein Menü mit Weinbegleitung ab einer Spende von 5 Rappen…..* –> Edith Maurer Mütsch ist die Glückliche

Liebe Blog Leserin, lieber Blog Leser

Bekanntlich möchte ich mit meinem Hike Tischlein deck dich finanziell unterstützen.

Mittlerweile ist der Spendenstand bei 38 Rappen pro Kilometer gelandet. Mein Ziel wäre 1 Franken pro Kilometer, den ich auf dem Trail laufe.

Und deshalb: Der oder die nächste mit einer Spende von 5 Rappen (oder mehr) pro Kilometer wird von mir bekocht inkl. passender Weinbegleitung. Termin nach Vereinbarung, frühestens im Dezember 2018.

* Momentaner Kilometerstand (per 03.07.) ist 1075.6. Wer jetzt 5 Rappen zusagt, spendet damit mindestens Fr. 53.78 an Tischlein deck dich. Sollte ich den Trail fertig laufen, würde die Spende dann Fr. 175 ausmachen.

Edith Maurer Mütsch hat als erste reagiert und fünf Rappen zugesagt. Ich nehme aber gerne weitere Zusagen entgegen.

E-Mail an erwin.freiburghaus@gmail.com

Hier noch die beiden Blog Beiträge zum Thema:

https://hikerpike.blog/2018/07/01/help-weitere-supporter-gesucht/

https://hikerpike.blog/2018/06/16/spendenaufruf-1-rappen-fur-jeden-zuruckgelegten-kilometer-von-pike-an-tischlein-deck-dich-2/

2. Juli 2018 -Tag 54 / Das Leben ist gefährlich

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 07h40, Va. 634, Cross Avenue (Pearisburg)

Ankunft Ziel: 19h20, Pine Swamp Branch Shelter

Wetter: Bewölkt, schwül, morgens ein Spritzer Regen, später Sonne, im Laufe des Nachmittags aufziehendes Gewitter

Zurückgelegte Meilen: 20.3 heute, 655.8 seit Anfang (1055.2 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 2200′-1600′-2470′-2220′-3480′-3300′-3860′-2530′

Besonderes: Grosse Klapperschlange direkt neben dem Trail.

Und hier die Geschichte zum Tag:

Nach dem gestrigen Zero day war heute wieder Seriosität angesagt. Ich gebe es offen zu, meine Motivation war heute nicht gut respektive nicht wirklich vorhanden. Dies hatte einen einfachen Grund. Wir mussten die Höhe, die wir vorgestern aufgegeben hatten, wieder gewinnen, dies bedeutete einen grossen Anstieg.

Nach dem Aufstehen packten wir unsere Lebensmittel ein, Monk war am Verzweifeln, was er alles eingekauft hatte. Bei mir sah es besser aus, ich manage mich mittlerweile besser 😎.

Um 07h00 gingen wir mit Sack und Pack zu Dairy Queen zum Frühstück. Gerade als wir das Lokal wieder verliessen, fing es zu regnen an. Also Regenschutz montieren, dann ging es weiter. Wir liefen zuerst 0.7 Meilen (wird nicht gewertet) zurück zum Trail. Dann ging es runter zum Fluss.

Auch so kann der Trail aussehen:

Nach der Brücke kamen wir an verschiedenen Industriegeländen vorbei, bis wir in den Wald abbiegen konnten. Zuerst ging es noch etwas rauf und runter. Es war schwül, d.h. der Schweiss lief nur so. Ich liess Monk ziehen, ich wollte meine miese Laune nicht zeigen. Wir machten ab, dass wir nach knapp 8 Meilen auf der Höhe beim Rice Field Shelter einen Mittagshalt machen würden. Als ich knapp nach 12 Uhr dort eintraf, war Monk da. Ich ass eine Kleinigkeit, dann wollten wir weiter. Als ich sah, dass es eine gute Aussicht gibt, machten wir einen Fotohalt.

Als wir weitergehen wollten, kamen uns zwei Hikerinnen entgegen. Wir kamen mit der einen ins Gespräch. Letztendlich stiess auch noch Eagle Eye dazu. Ich wollte nun aber definitiv weiter, wir hatten noch etliche Meilen vor uns.

Ein kurzes Stück ging es über offene Wiesen.

Dann tauchten wir wieder in den Wald ein. Unterwegs sahen wir vermehrt diese Turkscap Lilie.

Beim Gehen durch den Wald segelte auf einmal absolut geräuschlos eine grosse Eule nahe an mir vorbei. Ein wunderschönes Erlebnis.

Und man glaubt es kaum, wieder einmal liefen uns Papa Smurf, Doc und Sunny D in die Hände, jetzt noch mit zwei zusätzlichen Hikern. Ist natürlich jedes Mal ein grosses Hallo 😁. Sie wollten zum selben Shelter wie wir.

Wir hatten mittlerweile fast 17h00, ich war alleine auf dem Trail, Monk und Papa Smurf und Co. waren irgendwo hinter mir. Ich lief in Gedanken versunken, als es direkt neben mir zischte und rasselte. Ich erschrak und machte einen grossen Satz nach vorne. Eine ausgewachsene Klapperschlange lag 1m neben dem Trail. Sie hätte mich problemlos erwischt, wenn sie das gewollt hätte. Ja, das Leben ist gefährlich.

Hier ein Video mit der Schilderung:

Ich wartete auf Monk respektive die Jungs, um sie zu warnen. Natürlich wurde das Tier bewundert, die Schlange war wirklich gross und häutete sich gerade.

Wir gingen weiter Richtung letztem Anstieg und dann langem Abstieg zum Shelter. Kurz vor dem Shelter war nochmals eine Wasserstelle, bei welcher alle Halt machen wollten. Papa Smurf stürzte dort in den Felsen und holte sich eine tiefe Wunde am Schienbein. Doc verarztete notdürftig und sagte, dass dies durch Profis angeschaut werden müsse.

Damit werden Papa Smurf und die Jungs kurz den Trail verlassen. Endlich kamen wir beim Shelter an. Ein anwesendes Paar hatte Feuer gemacht, die Gelegenheit, um Dinge zu trocknen.

Apropos gefährliches Leben: Eigentlich ist dieser Shelter gesperrt wegen gefährlicher Bäume. Die Übernachtung hat trotzdem Spass gemacht.

3. Juli 2018 – Tag 55 / Schwitzen ohne Ende

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 07h30, Pine Swamp Branch Shelter

Ankunft Ziel: 15h15, War Spur Shelter

Wetter: Sonnig, HEISS UND SEHR SCHWÜL

Zurückgelegte Meilen: 12.7 heute, 668.5 seit Anfang (1075.6 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 2530′-2370′-4121′-2340′

Besonderes: Abgekürztes Programm wegen zu grosser Hitze

I’d rather be fishing – Ich wär jetzt lieber am Fischen

Ich muss sagen, Virginia geht mir langsam auf die Nerven. Ursprünglich war ich der Meinung, dass wir hier flachere Tagesetappen vorfinden würden, was uns auch erlauben würde, mehr Meilen zu laufen. Zumindestens hatten wir das so von anderen Hikern gehört. Aber im Moment folgt ein grosser Auf-/Abstieg dem nächsten.

Wir hatten am Morgen besprochen, dass wir drei Shelter machen würden, also rund 18.5 Meilen. Dies bedeutete zwei grosse Anstiege heute. Ich war sehr skeptisch, meine Motivation war noch nicht besser.

Ich lief zuerst alleine, eine kurze Downhill Strecke war am Anfang. An einer Brücke machte ich kurz Halt, Eagle Eye schloss auf.

Gemeinsam starteten wir den Aufstieg. Meine Güte, war das STEIL!!! Innert kürzester Zeit waren wir beide triefend nass vom Schwitzen.

Beim ersten Shelter trafen wir auf eine Hikerin mit Hund, sie war ziemlich fertig, da sie die Hitze und Feuchtigkeit nicht vertrug. Wir konnten ihr Varianten aufzeigen, wie sie am Schnellsten vom Trail kommt. Eagle Eye holte noch Wasser an einer nahegelegenen Quelle. Dann zogen wir wieder los. Die Steilheit nahm etwas ab, dafür mussten wir nun über rund zwei Meilen über Felsen klettern. Nach einer Stunde hatten wir erst 1.6 Meilen geschafft. Ich liess Eagle Eye irgendwann ziehen, mir ging dieser Abschnitt so etwas von auf die Nerven!😕 Einerseits anstrengend und gefährlich, andererseits zu langsam, d.h. man kommt nicht vorwärts.

Irgendwann hatte ich die erste Höhe erreicht und traf wieder auf Eagle Eye, der einen Lunch gehabt hatte.

Gemeinsam zogen wir weiter Richtung zweitem Shelter. Eagle Eye musste dann mal austreten und ich zog aus. Noch 1.3 Meilen zum Shelter Nr. 2! Und dann kam mir auf einmal Monk entgegen. Er fragte, ob ich Wegmarkierungen gesehen hätte. Ich sagte, dass ich mich nicht geachtet hätte. Er meinte, wir seien auf dem falschen Trail, er hatte weiter unter Hufspuren von Pferden gesehen, diese sind auf dem A.T. nicht erlaubt. Ich konnte ihm auf Guthook’s zeigen, dass wir auf dem Trail sind und in einer Meile der Shelter komme.

Beim Shelter angekommen bestand ich auf eine Pause. Wir assen etwas und warteten auf Eagle Eye. Dieser hatte vor zwei Tagen gemeint, dass wir 45 Meilen laufen müssten innert zwei Tagen, damit wir den amerikanischen Nationalfeiertag 4. Juli in einem Hostel feiern können. Ich hatte dort schon gesagt, dass ich das nicht sehe. Und mittlerweile waren wir auch im Verzug.

Als Eagle Eye kam, hielten wir Kriegsrat. Es war mittlerweile nach 15h, wir hatten erst 12.7 Meilen absolviert und ein grosser Anstieg lag noch vor uns.

Relativ schnell war entschieden, dass wir wegen der grossen Hitze abbrechen und bei diesem Shelter bleiben würden. Die Unzahl an Fliegen freuten sich auch über unseren Entscheid 😉.

Morgen werden wir ebenfalls abkürzen und mit einem Shuttle nach Pearisburg zurückkehren, um den 4. Juli dort zu feiern. Darauf freue ich mich!

1. Juli 2018 – Tag 53 / Zero day mit ribs and beer in Blacksburg

Ein Vorhaben wie der Thru-Hike des Appalachian trails bedingt Disziplin. Man kann z.B. am Morgen nicht einfach länger liegen bleiben, da man ja eine gewisse Anzahl Meilen pro Tag zurücklegen muss respektive will. Aber natürlich braucht man auch einmal eine Pause, am Besten in der Form eines Zero days. Heute war nun ein solcher Tag. Ich hatte gespürt, dass mein Körper eine Pause braucht. Monk war glaub ich nicht unglücklich darüber, dass er einen Ruhetag hat. Eagle Eye wiederum hatte sowieso diesen Zero day in Pearisburg eingeplant.

Was schreibt man aber nun über einen Zero day? Wie es der Name sagt, ist es ein Null Tag, d.h. Null Meilen werden gelaufen. Also gibt es auch keine Fotos vom Trail….

Aber natürlich, wir haben ja trotzdem was gemacht.

Trotz freiem Tag war ich früh wach. Monk und ich gingen um 08h00 zum Frühstück zu Dairy Queen, vorher war das Restaurant nicht geöffnet, da Sonntag. Nach dem Frühstück ging Monk in den Food Lion Lebensmittelmarkt, um seine Vorräte aufzustocken. Oh my god, er kam mit zwei prall gefüllten Einkaufstaschen zurück. Und wohlverstanden, er hatte nur für sich eingekauft! Ich wollte später zu Walmart, nebendran gab es nämlich einen Liquor store, mein Whiskey war dank der „Mithilfe“ von anderen Hikern zu Ende gegangen.

Eagle Eye hatte im Hostel für heute 11h30 einen Shuttle ins 20 Meilen entfernte Blacksburg gebucht.

Soso, es gibt also sogar eine PIKE TOWNSHIP. 👍

Dort gab es Outfitter, Eagle Eye brauchte neue Schuhe, Monk wollte doch wieder eine Luftmatratze kaufen. Es schloss sich noch Colin an, ein Engländer, der es relativ gemütlich auf dem Trail nimmt.

Der Fahrer fuhr uns zuerst zu Walkabout Outfitter. Ein gut sortierter, übersichtlicher Laden. Ich hielt mich mit Einkaufen zurück, obwohl meine Schuhe immer übler aussehen. Und andere Dinge, die mir gefallen hätten, passen nicht zu meinem momentanen Status als Hiker 😉.

Der Rest des Tages ist relativ schnell erzählt. Wir hatten entschieden, dass wir nach dem Einkauf nicht sofort zurückfahren würden, sondern in Blacksburg noch etwas zu Mittag essen würden.

Der Fahrer fuhr uns noch ins Zentrum. Wir liefen zuerst noch kurz die Hauptstrasse ab, aber es war viel zu heiss und etliche Geschäfte waren geschlossen. Wir gingen ins Sharkeys, eine Sportbar mit gutem Essensangebot. Und so kam ich sogar zu einem Fussballnachmittag mit Kroatien gegen Dänemark 😁.

Die Ribs waren sensationell gut, das Fleisch fiel fast von selbst vom Knochen. Dazu gab es Bier respektive Cider (für Colin; Cider = suure Moscht). Wir waren alle im gemütlichen Modus und verbrachten etliche Stunden dort, sodass wir am Ende sogar etwas zu Abend assen.

Zurück nach Pearisburg fuhren wir mit einem Lyfts Auto, einem Konkurrenten von Uber.

Jetzt musste ich aber auch noch Einkaufen gehen, der Einfachheit beschränkte ich mich auf Food Lion. Damit muss der Whiskey halt noch etwas warten.

Help! Weitere Supporter gesucht…

Liebe Blog-Leserinnen und Leser
Seit Wochen schreibe ich jeden Tag einen Blogbeitrag über mein Abenteuer auf dem Appalachian trail.

Ich hoffe, der Blog gefällt in dieser Form.

Ich habe mich entschieden, mit meiner Wanderung auch Gutes zu tun und möchte die Organisation Tischlein deck dich unterstützen, welche für Lebensmittelrettung und Lebensmittelhilfe einsteht.

Am 16. Juni habe ich in einem Blogbeitrag einen entsprechenden Spendenaufruf lanciert. Mit mindestens 1 Rappen pro von mir gelaufenem Kilometer ist man dabei (ich habe gestern die 1000 Kilometer Marke überschritten).

Bis heute sind Spendenzusagen über total mindestens 25 Rappen pro Kilometer plus Fr. 35.– (1x) eingetroffen, vielen Dank an die Spenderinnen und Spender.

Aber da geht doch sicherlich noch mehr, oder? Ich würde mich freuen, wenn mein ambitiöses Ziel von total Fr. 1 pro Kilometer (d.h. rund 3500 Fr.) durch viele einzelne Spender erreicht werden könnte.

Ich freue mich auf entsprechende Spendewillige, bitte per E-Mail melden bei erwin.freiburghaus@gmail.com.

Herzlichen Dank

Erwin Pike

30. Juni 2018 – Tag 52 / Wildberries 😋

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 07h30, Campsite auf dem Sugar Run Mountain (Meile 620.0)

Ankunft Ziel: 14h30, Va. 634, Cross Avenue (Pearisburg, Virginia)

Wetter: Ganzer Tag Sonne, im Wald angenehm warm, in Pearisburg HEISS 😥

Zurückgelegte Meilen: 15.5 heute, 635.5 seit Anfang (1022.5 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 3870′-3382′-3850′-3555′-3770′-2200′

Besonderes: Die Beeren-Saison fängt an😋

Und hier die Tagesgeschichte:

Und ich hatte recht, yesss ✌. Kein Tau heute Nacht, mein Openair Zelt (und vor allem der Inhalt😉) blieb trocken.

Ich wollte eigentlich der Erste heute morgen sein und stellte den Wecker auf 05h30. Doch denkste: Monk geisterte schon rum, er erzählte mir später, er hätte schlecht geschlafen.

Es gab bei mir wieder Ramen zum Frühstück, dazu Kaffee. Dazu noch ein Getreidesandwich. Anschliessend packte ich meinen Rucksack neu und baute das Zelt ab. Monk war schon wieder bereit zum Gehen. Wir vereinbarten, dass wir uns spätestens am Eingang von Pearisburg treffen würden. Er zog los und ich nahm es gemütlich. Etwa 30 Minuten nach ihm war auch ich wieder auf dem Trail.

In den letzten paar Tagen spürte ich eine Müdigkeit in den Beinen, dazu kam permanenter Hunger, den ich auch mit Snacks nicht stoppen konnte. Für mich zwei klare Zeichen, dass mein Körper eine Pause braucht. Ich einigte mich mit Monk darauf, dass wir in Pearisburg einen Zero day einschieben würden. Ich glaube, er war nicht unglücklich über meinen Vorschlag 😉.

Der heutige Tag war übersehbar, zwei Ups and Downs, dann der grosse Abstieg nach Pearisburg, dies alles innerhalb 15.5 Meilen. Ich hatte Monk gesagt, dass ich in einen kleinen Outdoorstore in Pearisburg gehen möchte, welcher aber um 16h00 schliessen würde. Ich benötigte dringend Socken, bei einem Paar war eine Socke kaputt, beim zweiten Paar war eine Socke beim letzten Wash verloren gegangen. Auch neue Schuhbändel musste ich haben. Ich wusste nicht, ob uns die Zeit reichen würde, um den Shop zu besuchen, deshalb gab ich Gas.

Von unserem Zeltplatz zum eigentlichen „Gipfel“ von Sugar Run Mountain war es nochmals ein Stück. Dort angekommen ging ich über einen kurzen Seitentrail zu einem weiteren Aussichtspunkt. Meine Güte, der ganze Platz war mit grossen Antennenanlagen (Satelliten- und Mobileantennen) zugebaut. Soviel zu Natur pur.

Nun ging es weiter Richtung Sugar Run Gap. Ich musste mein Wasser auffüllen und war versucht, das nahegelegene Woodshole Hostel zu besuchen (0.5 mile). Vor allem, weil ich einen weiteren 500 Fuss Anstieg vor mir hatte und kein Tropfen Wasser mehr da war. Aber letztendlich entschied ich mich gegen das Hostel, denn dieses war für sein reichhaltiges und selbstgemachtes Frühstück bekannt, ich wäre vermutlich hängen geblieben 😎.

Also munter den Berg hoch Richtung Doc’s Knob Shelter (wo ich gestern abend eigentlich hinwollte). Der Anstieg war sehr moderat, weil er über 2 Meilen ging. Beim Shelter angekommen staunte ich erst einmal. Dieser war wohl nur für 8 Personen ausgelegt, aber kürzlich war eine luxuriöse Veranda mit Sitzbänken vor dem Shelter gebaut worden, eine super Sache! Ich musste zuerst etwas suchen, bis ich den Zugang zur Quelle gefunden hatte, diese war zwischen riesigen Felsblöcken versteckt. Ich füllte sämtliche Behältnisse und machte mich wieder auf den Weg.

Nun kam ein etwa 6 Meilen langes Stück Richtung Pearis Mountain.

Etwa eine Stunde vor Pearis Mountain kam ich bei einer Hochspannungsleitung vorbei. Dort hatte man in beide Richtungen einen guten Ausblick.

Auf dem Pearis Mountain gab es es paar Aussichtspunkte. Der mit Abstand am besten gelegene war der bereits ein bisschen tiefer gelegene Angels Rest.

Nun machte ich mich daran, Richtung Pearisburg abzusteigen. Immer noch 1350 Fuss Höhenunterschied innert 2 Meilen, das geht ordentlich in die Beine😥.

Kurz bevor ich unten ankam sah ich, dass Monk mir eine SMS gesandt hatte und wissen wollte, wann ich am Trailhead (Beginn des Trails) sei. Ich konnte ihm melden: 3 Min. ab jetzt….😊.

14h30 bei Monk angekommen berieten wir kurz, ob wir zu Fuss nach Pearisburg gehen würden (0.9 Meilen) oder mit einem Shuttle. Der Entscheid war schnell gefällt, für einen Shuttle hätten wir ja auch warten müssen.

Auf dem Weg nach Pearisburg kamen wir zum ersten Mal auf dem Trail an wilden UND REIFEN Himbeeren sowie Brombeeren vorbei. Sowas von lecker😋. Ich freue mich auf die kommenden Wochen, wo wir noch viel mehr Beeren (inkl. Blaubeeren) finden werden. Es ist einzig die Frage, ob wir oder die Bären schneller sind.

Als wir in Pearisburg ankamen, gingen wir zuerst in den Outdoorstore. Er war zwar klein und vollgestopft, aber ich fand, was ich suchte. Anschliessend gingen wir in ein mexikanisches Restaurant zum Lunch.

Monk wollte nicht in das von mir vorgeschlagene Hostel, er zog ein Motel mit Pool vor, es war brütend heiss in Pearisburg. Ich sagte ihm, dass ich je nach Zimmerpreis mitmachen würde. Und siehe da, das Motel offerierte uns eine Hikerrate von US$ 50 pro Nacht/Zimmer, also gleich teuer wie zwei Bunkbed im Hostel! So gesehen ein Super Angebot!

Wir checkten ein. Während Monk am Duschen war, ging ich zum nahe gelegenen Food Lion und kaufte Snacks und Getränke ein. Dort traf ich auch bekannte Gesichter (Doc, Papa Smurf, Sunny D, Eagle Eye), welche alle im Angels Rest Hiker’s Heaven abgestiegen waren. Ich vereinbarte mit Eagle Eye, dass wir am Abend zum Chinesen gehen würden (All you can eat-Buffet).

Als ich zur vereinbarten Zeit dort ankam (Monk kam nicht mit), traf ich Eagle Eye am Tisch mit Shawn, Carolyn und Irene an. Nach dem Essen kam Eagle Eye noch zum Motel mit, um mit uns ein(?) Bier zu trinken.

Morgen werden wir mit einem Shuttle rund zwanzig Meilen nach Blacksburg fahren, dort gibt es einen grossen Outfitter Store 😁, der am Sonntag geöffnet hat.