5. Juli 2018 – Tag 57 / Östliche kontinentale Wasserscheide

Das Wichtigste in Kürze:

Start: 09h25, Va. 601 Rocky Gap, vorher mit Shuttle ab Angels Rest Hiker’s Haven, Pearisburg

Ankunft Ziel: 17h10, Niday Shelter

Wetter: Sonnig, warm, auf den offenen Flächen heiss, gelegentlich angenehme Brise

Zurückgelegte Meilen: 15.4 heute, 686.7 seit Anfang (1104.9 Kilometer).

Elevation (in Fuss): 3159′-3800′-2100′-3490′-1800′

Besonderes: Ein wunderbarer Tag mit besten Bedingungen und etlichen Aussichtspunkten.

Und hier die Tagesgeschichte:

Wer meine Beiträge vom 2. und 3. Juli gelesen hat, hat sicherlich gemerkt, dass ich eine Krise hatte. Ich war sicherlich noch lange nicht am Hinschmeissen, aber der Spass am Trail ging langsam verloren. Genau dieser Spass ist jedoch nötig, um so lange auf dem Trail zu bleiben, das reine Commitment alleine reicht nicht über Monate. Ich glaube, ich habe rechtzeitig reagiert und mit der von mir verlangten 4th of July Pause das Richtige gemacht. Denn sowohl Monk wie auch Eagle Eye haben mir heute unabhängig bestätigt, dass sie an einem ähnlichen Punkt waren.

Heute morgen wusste ich bereits beim Aufwachen: Heute ist mein Tag. Ich war bereits um 05h30 wach und freute mich auf den Trail!

Ich nahm kurz eine Dusche, dann ging ich zur Küchenzone und bereitete mein Frühstück zu. Monk gab mir einen Update über das Feuer in Carbondale. Es sieht nicht gut aus, 5000 Acres sind schon abgebrannt, zum Glück jedoch noch kein Haus. Auch wurde zum Glück noch niemand verletzt. Das Feuer ist aber ausser Kontrolle!

Um 08h00 hatten wir den Shuttle zum Rocky Gap bestellt, um unseren Hike fortzusetzen. Ich hatte also noch alle Zeit, meine Packung zu erstellen. Die grösste Herausforderung war wieder einmal mein Foodbag. Ich packte einiges um und liess zwei, drei Dinge in der Hikers box zurück, damit war mein Problem gelöst.

Um 08h00 hatten wir unsere Rucksäcke im Bus, eine weitere Thru-Hikerin war mit dabei, jedoch startete sie ab einem anderen Punkt. Noch kurz tanken, dann gings los.

Nachdem sie abgesetzt worden war, wurden wir an unseren Punkt gefahren.

Als erstes mussten wir 600 Fuss steigen. Dieser Aufstieg war einfach, der Trail war breit, der Anstieg war konstand, es gab keine grossen Steine im Weg.

Nach rund zwei Meilen wurden wir mit dem ersten schönen Ausblick vom Kelly Knob belohnt.

Nun ging es steil 1000 Fuss runter Richtung Laurel Creek Shelter. Dort fassten Monk und Eagle Eye Wasser, ich hatte am Morgen voll geladen. Nach dem Shelter ging es noch weiter runter. Ich war davongezogen und hikte meinen eigenen Hike. Im Tal folgte ein langes Stück von 2 Meilen durch Wiesen und entlang von Farm-Feldern. Es war mittlerweile Mittag, die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel. Zum Glück war die Schwüle der letzten Tage vorbei, so hielt sich auch das Schwitzen in Grenzen.

Und jetzt noch die Krönung des Tages. Ein Anstieg von 1250 Fuss in nur 1.1 Meilen (ja, das ist STEIL). Direkt vor dem Anstieg legte ich eine Lunch-Pause ein. Anschliessend stieg ich hoch. Hier eine günstige Liegenschaft 😉, welche im Wald am Trail liegt.

OK, etwas Renovation ist wohl nötig….

Oben auf dem Sinking Creek Mountain ging der Trail dem Kamm entlang. Etliche Stücke gingen über grosse Felsplatten, meine Schuhe hielten ausgezeichnet auf den Felsen. Mehrmals kamen wunderbare Aussichtspunkte auf die Appalachen.

Bevor ich Richtung Shelter 1000 Fuss abstieg, kam ich an dutzenden von Steinhügeln vorbei, welche vermutlich durch frühe Siedler erstellt worden waren. Bis auf ein noch gut erhaltenes Exemplar waren jedoch alle mehr oder weniger zerfallen.

Direkt beim Abstieg war dann die Wasserscheide. Links vom Schild geht alles Wasser in den Golf von Mexiko, rechts in den Atlantik.

Kurz vor dem Shelter schloss Monk wieder zu mir auf, wir liefen zusammen ein.

Beim Shelter war Hochbetrieb, eine Gruppe Jugendliche (Quäker) mit zwei Begleitern war schon da, zusätzlich waren diverse Hiker schon da oder noch auf dem Weg. Ich hatte bis jetzt noch nie soviele Leute bei einem Shelter erlebt. Schnell sicherte ich mir einen guten Zeltplatz, dann war Wasser holen angesagt.

Monk gab mir nochmals einen update zum Feuer. Rund 800 Häuser wurden zwischenzeitlich evakuiert, erste Häuser sind abgebrannt. Sein eigener Trailer ist momentan nicht gefährdet, weil der Wind gedreht hat.

Nach dem Nachtessen ging Monk wie gewohnt früh schlafen, ich diskutierte mit Eagle Eye noch lange über mögliche Geschäftsideen.

Irgendwann war dann Zeit, ins Zelt zu gehen.

2 Gedanken zu “5. Juli 2018 – Tag 57 / Östliche kontinentale Wasserscheide

  1. Avatar von Stephan Nänny Stephan Nänny Juli 6, 2018 / 5:35 pm

    Erwin, wie tippst du eigentlich deinen Blog? Übers Handy oder hast du was Grösseres dabei?
    LG Stephan

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    • Avatar von Hiker Pike Hiker Pike Juli 6, 2018 / 7:56 pm

      Hoi Stephan
      Mit viel Einsatz und Herzblut auf dem Handy.
      Herzliche Grüsse
      Pike

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